Wer lediglich ab und an ein Auto braucht, fährt mit Carsharing oft günstiger und umweltfreundlicher. Mit diesen Argumenten wirbt nicht nur die Branche, sondern auch die Bundesregierung. Vor allem in den Ballungszentren gibt es immer mehr Angebote – für gewerbliche und private Kunden gleichermaßen. Auch Handwerksbetriebe nutzen Carsharing mittlerweile. Das Modell lohnt sich jedoch nicht immer.
CarSharing ist im Aufwind: Etwa 190.000 Nutzer griffen im vergangenen Jahr auf CarSharing zurück. Das sind laut dem Bundesverband CarSharing (BCS) 20,3 Carsharing-Nutzer mehr als noch 2010. Tendenz steigend. Auch Handwerksbetriebe nutzen mittlerweile Carsharing – wenn sie auch nicht die große Masse der Kunden darstellen.
Bei Cambio beispielsweise, einem der größten Marktteilnehmer Deutschlands, liegt der Anteil an Handwerksbetrieben deutlich unter zehn Prozent. Unter diesen Betrieben finden sich vor allem Elektriker, Schlosser und Tischler. Bei Cambio kostet ein MiniVan VW Caddy für eine 3-Stunden-Fahrt über 50 Kilometer beispielsweise im Profi-Tarif knapp 19 Euro, bei einem Monatsbetrag von 20 Euro. Gewerbliche Kunden können jedoch bei vielen Anbietern auch Sonderkonditionen aushandeln, wenn sie das Angebot regelmäßig nutzen.
Damit Handwerker allerdings nicht draufzahlen, sollten sie genau prüfen, wie oft sie einen Wagen brauchen. Denn: "Je weniger man ein Auto braucht, desto eher lohnt sich Carsharing", sagt Gabi Lambrecht vom Bundesverband Carsharing (BCS). Wer zwischen zehn und 12.000 km im Jahr unterwegs ist, fährt mit Carsharing in der Regel günstiger. So der BCS, der in seine Rechnung den Wertverlust eines Fahrzeuges mitberücksichtigt.
Aus Sicht von Cambio bietet das CarSharing-Modell vor allem den Vorteil, dass Betriebe mit CarSharing-Fahrzeugen flexibel reagieren können. Bettina Dannheim von Cambio: "Handwerksbetrieben stehen Fahrzeuge für Beratungen, Kundentermine und Baustellenbesichtigungen zur Verfügung. In der Regel werden in den Fahrzeugen der Handwerksbetriebe Werkzeuge und Materialien transportiert oder verwahrt. Diese Fahrzeuge bleiben i.d.R. nahe der Baustellen stehen. Sind zeitgleich Fahrten anderer Kollegen zum Beispiel für Kundenbesuche nötig, können diese mit Cambio-Fahrzeugen bedarfsgerecht abgedeckt werden, ohne für diese Sondertermine eigene Fahrzeuge vorhalten zu müssen."
Auch nach Ansicht des BCS kann CarSharing für Handwerker interessant sein, um beispielsweise Spitzenbedarf an Fahrzeugen abzudecken. Das Prinzip ist einfach: gebucht werden können Autos in der Regel über Internet oder Telefon. Die Autos können dann an bestimmten Stellplätzen abgeholt werden, müssen dort aber auch wieder abgestellt werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit dem Anbieter zu vereinbaren, einen CarSharing-Wagen direkt vor das Firmengelände abzustellen, wenn ein Stellplatz vorhanden ist. Der Betriebsinhaber muss aber auch in solchen Fällen gewährleisten, dass andere Kunden den Wagen ebenfalls nehmen können, wenn ihn keiner seiner Mitarbeiter braucht. Die Rechnung geht allerdings nicht immer auf.
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