EEG-Umlage und andere Abgaben Strompreis: Darum wird Strom immer teurer

Staatliche Umlagen, Steuern und Abgaben machen bereits rund die Hälfte des Strompreises aus – und sie werden weiter steigen. Eine neue Studie zeigt, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr auf 6,1 Cent je Kilowattstunde klettert. Zusätzliche Belastung: Noch immer bleiben viele Großverbraucher von den Zusatzkosten verschont und profitieren zukünftig noch mehr.

Der Ausbau des Stromnetzes im Zuge der Energiewende kostet und lässt den Strompreis immer höher steigen. - © Foto: Gina Sanders/Fotolia

Der Strompreis klettert immer höher und eine Strompreisbremse wird es vor der Bundestagswahl nicht mehr geben. Bundesumweltminister Peter Altmaier ist mit seinen Vorschlägen zur nachträglichen Förderkürzung für bestehende Solar- und Windparks an den Bundesländern gescheitert. Nun werden weitere Anstiege erwartet.

Die Stromkosten setzen sich nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wie folgt zusammen: Stromeinkauf, Vertrieb und Service haben einen Anteil von 30 Prozent, die Netzentgelte von 20 Prozent. Die andere Hälfte machen allein staatliche Steuern, Umlagen und Abgaben aus.

6,1 Cent. mehr je Kilowattstunde

Und genau an der Stelle, die in der Hand des Staates liegt, liegt auch die Stellschraube des Kostenanstiegs. Während die Kosten für Erzeugung, Vertrieb und Transport seit 1998 um elf Prozent gestiegen seien, hätten Steuern, Umlagen und Abgaben um 243 Prozent zugelegt. Neben Stromsteuer, Mehrwertsteuer, Öko-Umlage und Konzessionsabgabe gehören dazu im Zuge der Energiewende auch eine Umlage zur Finanzierung von Industrierabatten bei Netzentgelten und eine Sonderumlage, damit See-Windparks schneller Netzanschlüsse bekommen.

Altmaier hatte selbst erst kürzlich prognostiziert, dass 2014 ein weiterer Strompreisanstieg kommen wird. Dies wurde am Montag durch eine in Berlin vorgestellte Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace bestätigt. Das Institut erwartet einen Anstieg der von allen Stromverbrauchern zu zahlenden Umlage zur Förderung von Windrädern, Solarparks und Biogasanlagen von 5,277 Cent je Kilowattstunde auf 6,1 Cent.

Zum Vergleich: 2010 lag die Umlage erst bei 2,05 Cent. Andere Schätzungen rechnen mit bis zu 6,5 Cent Umlage – sie muss bis zum 15. Oktober von den Netzbetreibern bekanntgegeben werden.

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Kostensteigernd kommt hinzu, dass nach einer neuen Studie für die Grünen-Fraktion die 2011 ausgeweiteten Rabatte für Unternehmen bei den Netzentgelten von rund 800 Millionen auf bis zu 1,2 Milliarden Euro steigen könnten – selbst mehrere Golfplätze wurden begünstigt. Für diese Kosten wurde eine weitere Strompreisumlage installiert.

Stromexport erreicht Rekordhöhen

Der derzeitige Berechnungsmechanismus für die Umlage – beschlossen zu Zeiten der großen Koalition – droht nun das System zu sprengen. Die Umlage ergibt sich aus der Kostendifferenz zwischen dem an der Strombörse erzielten Preis für Solar- und Windstrom – und dem auf 20 Jahre garantierten, festen Vergütungssatz. Da der Börsenstrompreis 2013 viel geringer ist als kalkuliert, wächst diese Differenz stark.

Die erneuerbaren Energien verbilligen zwar massiv den Stromeinkauf, aber dadurch wächst die im Endkundenpreis enthaltene Umlage. Selbst wenn in diesem Jahr kein einziges neues Windrad installiert würde. Viele Versorger geben ihre Ersparnisse im Einkauf bisher kaum an die Endkunden weiter. Stattdessen laufen bisweilen auch noch zu viele Kohlekraftwerke durch. Der Stromexport erreicht dadurch immer neue Rekordhöhen. Trotz einem Ökostromanteil von fast 25 Prozent sind die CO2-Emissionen 2012 um 2,2 Prozent gestiegen. dhz/dpa