Mitarbeiter motivieren Steuervorteil auch für Firmenfahrräder

Arbeitgeber, denen Dienstwagen für die Mitarbeiter zu teuer sind, können stattdessen auch Fahrräder als Anreiz nutzen, um Mitarbeitern Anreize zu bieten und sie an die Firma zu binden. Das hat für beide Seiten viele Vorteile – besonders steuerlich. Seit 2012 gilt das sogenannte Dienstwagenprivileg auch für Zweiräder.

Aus dem Fahrersitz auf den Sattel: Statt für einen Dienstwagen können Unternehmen und Beschäftigte Steuervorteile inzwischen auch für ein Dienstrad nutzen. - © Foto: Kara/Fotolia

Auf dem Weg zur Arbeitsstelle oder zum Kunden oder kann das Autofahren in der Stadt zum Nervenkrieg werden, wenn sich mal wieder alles staut. Auch in der Arbeitswelt ist deshalb mittlerweile angekommen, dass das Auto nicht mehr das einzige Fortbewegungsmittel sein muss – vor allem dann, wenn man nicht viel Werkzeug oder Material transportieren muss.

So hat der Gesetzgeber die Steuervorteile des Dienstwagens auf Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs ausgeweitet. Geregelt ist das in einem Erlass der Finanzbehörden der Länder vom 23. November 2012. Als monatlicher Durchschnittswert wird für die private Nutzung dort ein Prozent des sogenannten Listenpreises festgesetzt. Außerdem wird geregelt, dass der Steuervorteil rückwirkend zum 1. Januar 2012 in Kraft tritt.

Steuern sparen mit dem Fahrrad

"Da das Rad immer mehr Liebhaber findet, war es notwendig, eine neue Regelung zu finden", sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Und weil das Auto seine Bedeutung als Statussymbol allmählich verliert, ist das Rad heute aber auch für die Mitarbeitermotivation relevant. Denn ein Dienstwagen kommt für manchen recht teuer. Wenn man sich dann noch überlege, ob jeder Mitarbeiter das Auto überhaupt so häufig brauche – und dazu kommen gegebenenfalls ja auch noch die Ausgaben für Kraftstoff –, werde das Fahrrad attraktiv.

Die Rechnung geht so: Kostet ein Auto mit seinem Bruttolisten-Neupreis 80.000 Euro, wird der sogenannte geldwerte Vorteil, den ein Arbeitnehmer durch die private Nutzung hat, im Rahmen der Ein-Prozent-Regelung mit 800 Euro veranschlagt. Um diese Summe erhöht sich also laut Käding sein monatliches gesetzliches Einkommen, auf das Steuern und Sozialabgaben zu entrichten sind.

Die Kosten für das Auto sind dadurch geringer als beim privaten Kauf. Aber das Jahreseinkommen – und somit Steuern und Sozialabgaben – steigen. Beim Rad kommen so selten mehr als gerade einmal 20 Euro im Monat zusammen.

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Ein weiterer Pluspunkt des Fahrrades: Für den Dienstwagen müssen Arbeitnehmer zusätzlich 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil für die Wegstrecke zur Arbeitsstätte versteuern. "Das fällt beim Rad ganz weg", fügt Käding hinzu.

Und weil für gewöhnlich Leasing-Modelle für die Beschaffung der Räder genutzt würden, können Mitarbeiter das Rad in der Regel nach Ablauf von drei Jahren gegen einen geringen Restpreis von 10 bis 20 Prozent des Neupreises behalten.

Auch die Fahrradanbieter werben für die neue Regelung. Die Vorteile für Unternehmen und Beschäftigte lägen auf der Hand: Räder für den Gebrauch im Unternehmen brauchen weniger Stellfläche als ein Fuhrpark Limousinen, sagt Stephan Schreyer vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Und bei der Überlassung von Rädern an Mitarbeiter zeigt sich schnell: Die Mitarbeiter sind fitter, der Krankenstand gehe nachweislich zurück.

Gut für die Umwelt

"Außerdem ist das Rad wirtschaftlich sinnvoll. Außer einem Fahrradschlauch für zwölf Euro braucht es ja kaum etwas – keine Wartung, kein Benzin." Dazu komme der Umweltaspekt, der sich von den Firmen gewinnbringend für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen lasse.

Vom gängigen Instrument als Lohnanreiz ist das Dienstrad allerdings noch weit entfernt. Wer im neuen Job oder im Rahmen des Jahresgesprächs Verhandlungsspielraum hat, sollte sich davon aber nicht entmutigen lassen. "Ein Rad kann eine gute Alternative für alle sein, die sich privat ein teures Rad kaufen würden und bei der Gehaltsverhandlung keinen Dienstwagen durchgesetzt bekämen", sagt Gehaltscoach Martin Wehrle.

Da ein Fahrrad verhältnismäßig günstig und daher auch für normale Angestellte eine Möglichkeit ist, können Arbeitgeber, die diese Möglichkeit mit den Aufgaben der Firma vereinbaren können, damit gute Anreize zur Mitarbeitermotivation und zur -bindung schaffen. dhz/dpa