Anders als die Förderung von Solarstrom, sinken die staatlichen Zuschüsse beim Einbau einer Solarheizung nicht. Im Gegenteil: Die Installation soll mit einer neuen Kombiförderung noch attraktiver werden. Branchenverbände sprechen von der "Energiewende im Heizungskeller", die nun beginnen müsse.
Im vergangenen Jahr sind rund 145.000 Solarthermie-Anlagen neu installiert worden. Damit hat sich ihr Bestand innerhalb von sechs Jahren annähernd verdoppelt. Insgesamt werden nach Angaben des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) und des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) aktuell in Deutschland rund 1,8 Millionen Solarwärme-Anlagen betrieben.
Für 2013 erwarten beide Verbände eine steigende Nachfrage – und das nicht alleine deshalb, weil mit einer Solarheizung viele Kosten eingespart werden können. Zusätzlich ändern sich auch die Förderbedingungen, was eine solche Investition für Hausbesitzer noch attraktiver macht.
Hinzu kommt, dass immer mehr Heizungen nicht mehr auf dem Stand der Technik sind. "Wir beobachten einen wachsenden Modernisierungsdruck angesichts vieler veralteter Heizungen", erklärt der Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, Carsten Körnig. Seinen Angaben zufolge wird die Installation einer Solarheizung inklusive eines neuen Heizkessels jetzt mit einem Zuschuss in Höhe von mindestens 2.000 Euro gefördert.
Kombiförderung startet im März
Die Förderkonditionen der vom Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) gewährten Zuschüsse im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien waren im vergangenen Jahr verbessert worden. Bei einer besonders umweltfreundlichen Kombination mit einer Pelletheizung gibt es laut Körnig zusätzliche, attraktive Zuschüsse.
SolarthermieSeit Anfang März dieses Jahres könnten außerdem zinsgünstige Kredite der staatlichen Förderbank KfW in Anspruch genommen werden, die sich mit den BAFA-Zuschüssen kombinieren ließen. Mit diesem Ergänzungskredit aus dem Programm "Energieeffizient Sanieren" können verschiedene Maßnahmen gefördert werden, die den Energieverbrauch eines Gebäudes senken – so auch neue Heizungsanlagen.
Damit keine Verwirrung bei den Gebäudebesitzern aufkommt, die eine Investition planen, betonen die beiden Verbände, dass es wichtig sei, zwischen der Förderung für Solarstrom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz und der Förderung für Solarwärme zu unterscheiden. Handwerker sollten dies auch an ihre Kunden weitergeben. Die kontinuierlichen Förderkürzungen für Solarstrom hätten mit staatlichen Zuschüssen für den Einbau von Solarwärme-Anlagen nichts zu tun, betont Körnig.
Obwohl die Zahl der Installationen von Solarthermie-Anlagen steigt, sehen die Verbände noch Nachholbedarf. Sie betonen, dass der Solarthermie-Markt 2012 lediglich das Niveau des Jahres 2010 erreicht habe und damit deutlich unterhalb der Rekordwerte des Boomjahrs 2008 liege. "Vor allem ein kontinuierliches und haushaltsunabhängiges Förderinstrument fehle nach wie vor, um den dringend notwendigen forcierten Ausbau der Solarwärme zu erreichen", erklären sie in einer gemeinsamen Erklärung. jtw/dapd
