Obwohl die Konjunkturstimmung getrübt ist, spricht die Bundesregierung vom Aufschwung und hebt ihre Wachstumsprognose für 2013 an. Sie setzt auf die anhaltende Bereitschaft der Bevölkerung, fleißig Geld auszugeben und auf den deutschen Mittelstand. Im Mittelpunkt steht die Technologieförderung.

Der Mittelstand erzielt rund 39 Prozent aller steuerpflichtigen Umsätze, bietet über 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Arbeitsplätze und bildet 83,2 Prozent aller Auszubildenden aus. Mit diesen Erfolgszahlen wirbt die Bundesregierung für die Bedeutung der Wirtschaftsleitung abseits der Riesenkonzerne und internationalen Global Players.
"Stabilitätsanker in Europa"
Angesichts der Eurokrise, die zunehmend auch auf die deutsche Konjunkturlaune drückt, nutzt sie aber den Optimismus der Mittelständler und präsentiert in ihrer neuen Wachstumsprognose für 2013 Aussichten auf den nächsten Aufschwung.
So haben die Deutschen nach Einschätzung der Bundesregierung trotz des mäßigen Wachstums dauerhaft mehr Geld in der Tasche. Weil die Bürger damit stärker konsumieren könnten, komme auch die Wirtschaft schneller aus der Talsohle heraus. "Deutschland wird auch in diesem Jahr ein Stabilitätsanker in Europa bleiben", sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei der Vorlage der neuen Konjunkturschätzung.
Handwerk mit besseren Aussichten
Die Bundesregierung hob ihre Wachstumsprognose für 2013 jedoch nur leicht von 0,4 auf 0,5 Prozent an. Die wirtschaftliche Dynamik sei momentan aber mehr als dreimal so stark wie im Vorjahreszeitraum, erklärte Rösler. Die Sorge vieler Unternehmen wegen der anhaltenden Probleme im Euro-Raum sieht er deshalb nicht als schlechtes Vorzeichen.
Auch Deutschlands Mittelständler blicken einer Umfrage zufolge wieder optimistischer in die Zukunft. Rund 40 Prozent von 1500 befragten Unternehmen der DZ-Bank-Frühjahrsumfrage erwarten, dass sich ihre Geschäfte in den nächsten Monaten verbessern werden. Bei der Erhebung im Herbst sagten das nur 26 Prozent. Der Anteil der Mittelständler, die zusätzliches Personal einstellen wollen, erhöhte sich von 16,5 Prozent auf rund 20 Prozent, teilt die DZ Bank mit.
Seite 2: Förderprogramme für den Mittelstand im Überblick.>>>
Auch im Handwerk zeigt sich schon jetzt wieder ein Aufwärtstrend. Die Mehrheit der Handwerksunternehmer – 88 Prozent – erwartet laut der neuesten DHZ-Konjunkturumfrage, dass die Lage in den kommenden Monaten gut oder befriedigend ausfallen werde.
Förderprogramme gebündelt
Damit sich die Prognosen bewahrheiten, informiert die Bundesregierung nun verstärkt über die vorhandenen Unterstützungsprogramme für Unternehmen, Selbstständige, Arbeitnehmer und Azubis. Dabei geht es ihr nach eigenen Angaben besonders um die Technologieförderung und die Stärkung des Mittelstands, deren wirtschaftliche Funktion sie erst kürzlich in einer ausführlichen Antwort auf eine Anfrage der SPD beantwortet hat.
ChancenheftUm die verschiedenen Förderprogramme zu bündeln, die aktuell existieren, hat die Bundesregierung das sogenannte Chancenheft verfasst. Sowohl für Arbeitnehmer, Unternehmer, Existenzgründer und Azubis als auch für Familien, Pflegebedürftige und Ehrenamtliche zeigt es, wo und unter welchen Bedingungen Unterstützung möglich ist.
Um dafür zu werben, haben sich die Verfasser ganz besondere Protagonisten ausgewählt: Handwerker. So zeigen die Stuckateure Alexander Bombal und Sebastian Schurig auf einem Plakat mit lachenden Gesichtern, dass es dank dem Meister-Bafög geschafft haben, eine eigene Firma zu gründen. "Heute sind sie ihre eigenen Chefs und können bald Nachwuchs ausbilden", heißt es auf dem Plakat zum Chancenheft. dhz
Das Chancenheft können Sie unter bundesregierung.de herunterladen.
Die aktuelle Konjunkturprognose für das Handwerk lesen Sie hier.
