Und so ist der Aktionsradius schon nach wenigen Tagen verinnerlicht. Die Angst, liegen zu bleiben, weicht einem ungeheuren Fahrvergnügen. Geradezu diebisch ist die Freude, wenn man seine Stamm-Tankstelle nur noch zum Zigarren holen aufsucht: "Haben Sie getankt?" "Nö."
Ist der verbrauchte Strom ein ökologisch erzeugter, mischt sich zu dem guten Gewissen, mit "Zero-Emission" (Z.E.) unterwegs zu sein, auch noch große Zufriedenheit angesichts der Tankrechnung. Bei genauerer Betrachtung und tiefer gehender Kalkulation (vgl. die zum Download angebotene Kostenrechnung, unten) stellt sich jedoch schnell heraus, dass ein E-Mobil wie der Kangoo Z.E. trotz des Mietmodells für die Batterien (noch) ein Draufzahl-Geschäft ist.
Zunächst sieht die Rechnung bei angenommenen Kraftstoff-Preisen von 20 ct für die Kilowattstunde und 1,50 Euro für den Liter Diesel noch sehr ermutigend aus. Bei im Test ermittelten Verbrauchswerten von 23 kWh pro 100 km für den E-Kangoo und 7,6 l/100 km für das Diesel-Pendant ergibt sich ein reiner Kostenvorteil von rund 1.000 Euro pro Jahr oder über 15.000 km. Das klingt sehr gut, ist aber nur die eine Hälfte der Rechnung.
Denn hinzu kommt stets der Aufwand für die Batteriemiete. Die Sätze hierfür schwanken zwischen 72 Euro pro Monat (10.000 km, 48 Monate) und 145 Euro bei einer Laufleistung von 30.000 km in zwölf Monaten. Das ist verständlich, spiegeln sich doch in diesen Leasing-Raten höchst unterschiedliche Verschleißsituationen wieder. Bezieht man diese Kosten in die Rechnung mit ein, gleichen sich die "Kraftstoffkosten" nahezu an. Immerhin bleibt ein leichter Vorteil für den E-Kangoo von 120 Euro im Jahr oder 360 Euro über die angenommene Leasing-Laufzeit von 36 Monaten.
Doch dann schlägt der Mehrpreis für den E-Antrieb mächtig ins Kontor: Beim Renault-Kangoo Z.E. beläuft er sich im Vergleich zur 90-PS-Diesel-Variante auf 4.650 Euro. Würde man diesen Mehrpreis ausschließlich über die nur sieben Prozent geringeren Kraftstoffkosten auffangen wollen, müsste man den E-Kangoo knapp 39 Jahre (!) nutzen. Das ist natürlich vollkommen utopisch.
Und deshalb profitieren die Käufer eines E-Autos in Frankreich von einer Staatshilfe in Höhe von just 5.000 Euro. Das macht den Kauf eines E-Autos schon wieder interessant. Eine Steuerbefreiung von E-Autos wie sie in Deutschland geplant ist, ist da zu wenig.
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