Unwahrheiten über die Wärmedämmung Kunden über Dämmsysteme aufklären

Wärmedämmung ist teuer und schlecht für Gebäude: Solche Meldungen verunsichern seit einiger Zeit sanierungswillige Hausbesitzer. Betriebe sollten daher bei solchen Sorgen ihre Kunden sorgfältig aufklären, da die Dämmung ein wichtiger Bestandteil ist, um Klimaschutzziele zu erreichen. Allerdings nur, wenn das Dämm-Material sachgemäß eingebaut wird. Hier die Fakten zur Entkräftung der größten Irrtümer.

Derzeit kursieren einige Irrtümer über Dämmschutz. - © Jürgen Fälchle/Fotolia

Verbraucherzentralen und die Deutschen Energie-Agentur (dena) informieren derzeit darüber, dass zum Thema Gebäudedämmung derzeit einige Falschmeldungen im Umlauf sind. "Die Gebäudedämmung ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen, Heizenergie zu sparen und klimaschädliche CO2-Emissionen zu reduzieren", betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Experten-Datenbank

Wenn es zu Problemen mit der Dämmung käme, dann meist wegen einer unsachgemäßen Verarbeitung des Materials. Für optimale Ergebnisse empfiehlt die dena daher, die Dämmung in ein energetisches Gesamtkonzept einzubetten, das auch Fenster und Gebäudetechnik beinhaltet. Ebenso wichtig sei eine fachgerechte Ausführung durch qualifizierte Experten.

Wer einen Experten für energieeffizientes Bauen und Sanieren sucht, kann das über eine neue bundesweite Datenbank. Die Datenbank finden Sie auf energie-effizienz-experten.de .

Die Verbraucherzentrale hat außerdem einige Fehlaussagen zusammengestellt und klärt über Irrtümer beim baulichen Wärmschutz auf:

 Gedämmte Häuser schimmeln. Das Gegenteil ist der Fall. Auf Grund einer Außendämmung steigt die Oberflächentemperatur auf der Innenseite der Wand. Ungedämmte Wände sind dagegen im Winter auch innen ziemlich kalt. Feuchtwarme Raumluft kühlt dort ab, und die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Eine gute Dämmung reduziert daher das Schimmelpilzrisiko, weil es weniger kalte und damit feuchte Ecken im Haus gibt.

Die Wände können nicht mehr atmen. Eine Wand atmet grundsätzlich nicht. Der Luftaustausch erfolgt immer über das Lüften (Fenster, Lüftungsanlage) oder eben unkontrolliert durch Fugen und Ritzen. Die obige Aussage bezieht sich auf den Feuchtetransport per Wasserdampfdiffusion durch Bauteile. Dieser ist allerdings sehr gering und spielt bei der Feuchteabfuhr keine Rolle.

Dämmung hält Wände warm und trocken

Wichtig ist hingegen, dass der Innenputz hohe Werte an Luftfeuchte puffern und - nach dem Lüften - wieder an den Innenraum abgeben kann. Eine moderne, außen liegende Dämmung hält die Wand hingegen warm und damit trocken.

Häuser dürfen nicht zu dicht sein. Das Gegenteil ist richtig. Jeder weiß, dass durch Fugen unnötig viel Energie verloren geht. Was aber noch schwerer wiegt ist das damit verbundene Risiko eines Bauschadens: Durch undichte Stellen wie Fugen und Ritzen strömt im Winter feuchtwarme Luft nach draußen.

Auf diesem Weg kühlt sie sich ab und die Feuchtigkeit kondensiert in Hohlräumen aus. So kann es in den Fugen zu Schimmelbildung kommen. Dies sieht man meist gar nicht und kann dann auch nicht reagieren. Der Luftwechsel über Fugen reicht hingegen selbst bei großen Undichtigkeiten nicht aus. Daher gilt: Luftdicht ist Pflicht und gelüftet wird über die Fenster oder eine Lüftungsanlage.

Nicht nur in privaten Wohnungen, auch in Betrieben kann es zu Schimmelbildung kommen und auch die Energiekosten können vor allem im Winter explodieren. Über die Jahre gesehen lohnt sich deshalb häufig eine Sanierung zum Effizienzhaus. Erfahren Sie mehr zum Thema Effizienzhaus in unserem Beitrag "Der Weg zum energieeffizienten Betrieb". dhz