KfW-Kredite und Zuschüsse Gebäudesanierung: Förderungen ungleich verteilt

Hausbesitzer aus Baden-Württemberg haben 2014 am stärksten von Fördermitteln für Gebäudesanierungsmaßnahmen profitiert. Nun werden Forderungen nach Programmen für investitionsschwache Haushalte laut.

Bei der Mittelverteilung für die energiesparende Dämmung von Gebäuden gibt es je nach Bundesland große Unterschiede. - © Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia

Insgesamt 3,7 Milliarden Euro hat die staatliche KfW-Förderbank im vergangenen Jahr für zinsverbilligte Kredite und Zuschüsse für Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung ausgegeben. Ein Jahr zuvor waren es noch 4,04 Milliarden Euro. Das Ringen um die steuerliche Absetzbarkeit von energiesparenden Dämmungen und dem Einbau neuer Heizungen, könnte die Investitionsbereitschaft gedrosselt haben.

Steuerbonus ungeklärt

Noch immer ist unklar, ob der Steuerbonus noch eine Chance bekommt. Seit Jahren wird darüber gestritten, um den Verbrauch in Gebäuden und so auch den CO2-Ausstoß zu senken. Mehrere Millionen Gebäude und Heizungen gelten als ineffizient.

Ein neuer Anlauf wurde zuletzt von der großen Koalition wegen Streit um die Finanzierung auf Eis gelegt. Der Bonus sollte ein Volumen von einer Milliarde Euro im Jahr haben, bis zu 25 Prozent der Sanierungskosten sollten absetzbar sein.

Nun steht fest, dass es bei der Mittelverteilung der Förderungen der KfW ein starkes Gefälle gibt. So flossen im vergangenen Jahr 20 Prozent davon nach Baden-Württemberg. Das geht aus einer Antwort der Parlamentarischen Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries an die Grünen hervor.

Hängepartie beim Klimaschutz

18,3 Prozent der Mittel wurden von Bürgern in Nordrhein-Westfalen beantragt, gefolgt von Bayern mit einem Anteil von 15,8 Prozent. Vor allem in Ostdeutschland mit Ausnahme Berlins werden die Mittel weniger in Anspruch genommen.

Schlusslichter sind unter den Flächenländern Saarland (38 Millionen Euro an Zusagevolumen 2014), Mecklenburg Vorpommern (39 Mio.) und Thüringen (59 Mio.).

Deshalb kritisierte die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), dass der Osten bei diesen Programmen quasi abgehängt sei. Die Bundesregierung müsse dringend eine passende Förderung für investitionsschwache Haushalte auflegen und mehr Mittel für eine sozial verträgliche energetische Quartierssanierung bereitstellen. "Die Fortsetzung der sanierungspolitischen Hängepartie durch die große Koalition ist fatal für Klimaschutz", kritisierte Höhn. dpa