GfK-Konsumklimaindex Die Deutschen investieren lieber langfristig und viel

Wenn sparen, dann für große Anschaffungen wie Häuser oder Wohnungen – die Deutschen neigen momentan mehr zum Geldausgeben als zum Geldanlegen. Die niedrigen Zinsen tragen dazu bei. Der Konsumklimaindex für Juli ist deshalb nun auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen.

Immobilien sind derzeit gefragt: Niedrige Bauzinsen und die Neigung der Deutschen jetzt gerne größere Investitionen zu planen, tragen dazu bei. Bau- und Ausbauhandwerk werden profitieren. - © Foto: Engine Images/Fotolia

Der Optimismus der Verbraucher in Deutschland scheint ungebrochen. Die Aussicht auf kräftig steigende Gehälter bringt ihre Kauflaune auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Der stabile Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik und die guten Tarifabschlüsse der letzten Zeit stimmten die Bürger optimistisch und so steigt auch der Konsumklimaindex für Juli des Marktforschungsunternehmens GfK erneut an. Er kletterte mit 6,8 Punkten auf den höchsten Stand seit September 2007.

Steigende Einkommen erwartet

Vom der guten Stimmung der Verbraucher profitiert auch die Konjunkturerwartung. Sie ist im Juni erneut um 1,3 Punkte gestiegen und beträgt aktuell 1,1 Zähler. Die Verbraucher teilen offensichtlich die Einschätzung vieler Experten, wonach sich die Konjunktur in Deutschland langsam erholen wird. Die Unternehmen gehen ebenfalls von einer besseren Konjunktur aus, wie der zweite Anstieg in Folge des ifo-Geschäftsklimaindex zeigt.

Wie die Konjunkturerwartung kann auch die Einkommenserwartung zulegen. Dies ist bereits der dritte Anstieg in Folge. Nach einem Plus von 2,3 Zählern weist der Indikator nun 36,2 Punkte auf. Damit ist der Trend der Einkommensstimmung klar aufwärts gerichtet. Die Gründe für diesen Optimismus liegen auf der Hand. Trotz Finanz- und Schuldenkrise ist in Deutschland der Arbeitsmarkt überaus robust.

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Der private Verbrauch, der in Deutschland fast 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts umfasst, bleibt nach den neuesten Werten der GfK damit das stabilisierende Element der Konjunktur. Doch hierbei konzentrieren sich die Verbraucher eher auf langfristige Investitionen als auf kleinere Anschaffungen. Im Gegensatz zu Konjunktur- und Einkommenserwartung ist die Anschaffungsneigung im Juni leicht zurückgegangen.

Planungssicherheit für große Investitionen

Das Minus von 1,2 Punkten fällt jedoch sehr bescheiden aus, so dass der Indikator mit 36,5 Zählern nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau liegt. Dies liegt auch daran, dass Sparen derzeit aufgrund der historisch niedrigen Zinsen nicht attraktiv ist. Der stabile Arbeitsmarkt sowie zu erwartende Lohnzuwächse nähren die Zuversicht der Verbraucher, dass sich ihre Finanzen auch weiterhin positiv entwickeln werden.

Damit herrscht Planungssicherheit, die Konsumenten gerade für größere Anschaffungen benötigen. Die Bürger sind eher bereit, auch längerfristig und in größerem Umfang Anschaffungen zu tätigen. Das zeigt sich beispielsweise im Immobilienbereich – zumal momentan Kredite und Baufinanzierungen zu sehr günstigen Konditionen angeboten werden. dhz