Die Rendite für Photovoltaikanlagen sinkt, doch die Deutschen lassen sich weiterhin für Solartechnik auf dem eigenen Dach begeistern. Mit dem Elektrofahrrad oder –auto zur Arbeit fahren und beides am eigenen Carport aufladen. Solche Systeme interessierten die Kunden beim Energietag von Stuber aus Mainburg. Wie 5.632 andere Unternehmen lädt es während der "Woche der Sonne" ein, die aktuellen Energietechnologien auszuprobieren. Das ist gut fürs Image und fürs Geschäft.
Christina Geimer

So gut informierte Kunden wie an diesem Wochenende kamen noch nie zum Energietag von Stuber Energie und Sonnen. Wer sich von den sinkenden Renditen bei Photovoltaikanlagen nicht abschrecken lässt, ist in seiner Planung schon weiter fortgeschritten und macht sich auch über den Eigenverbrauch Gedanken. Denn seit April sollten Privathaushalte beim Kauf einer Photovoltaikanlage einen Teil des produzierten Stroms selbst verbrauchen. "Wir beobachten eine durchlaufende Kette", kommentiert Biester den Trend. Gut aufgestellt fühlt sich die Geschäftsführerin der Stuber Energie und Sonnen, weil sie nicht nur bei Solarenergie berät und aufbaut, sondern auch E-Bikes und Elektroautos vorstellt. Ihre Kunden interessieren sich zunehmend für Carportlösungen um Autos oder Fahrräder mit Solarenergie zu tanken.
Mit Sonnenenergie nicht mehr schwitzen

Im eigenen Unternehmen haben die Mitarbeiter auch schon die E-Bikes für Weg zur Arbeit getestet. "Sie schwitzen nicht mehr und müssen sich weniger absprechen, denn die meisten Familien leisten sich nur noch ein Auto", sagt Biester.
Unter den E-Bikes konnte das Unternehmen ein Modell mit Automatikschaltung den Kunden zur Probefahrt anbieten. "Durch die Automatikschaltung wird der Akku effizient genutzt und reicht tatsächlich 70 Kilometer", sagt Biester.
Um für Energietechnik zu werben, nutzt das Unternehmen aus Mainburg die Woche der Sonne. Beim ersten Mal kamen viele Besucher, um das neue Unternehmensgebäude kennenzulernen. Im letzten Jahr gab es einen großen Andrang von Kunden die noch schnellstmöglich Module kaufen wollen, bevor die Förderung sinkt. Wie viele der Interessenten in diesem Jahr Aufträge einreichen ist noch unklar. Aber für das Image und die Bekanntheit des Unternehmens hat es sich nach Einschätzung der Geschäftsführerin gelohnt.

Denn ein solcher Tag der offenen Tür ist nicht nur gut geeignet, um neue Aufträge an Land zu ziehen, sondern auch um Unzufriedenheit auszubügeln. Denn Stuber Energie und Sonnen bemüht sich alle Partner der Herstellungs- und Lieferkette vor Ort zu haben. Vom Wechseltrichterhersteller für Photovoltaikanlagen bis zum Vertriebspartner für Elektroautos trafen die Kunden beim Tag der Energie die Ansprechpartner auf dem Gelände von Stuber.
Ein Kunde, der mit dem Austausch eines Teils seiner Photovoltaikanlage unzufrieden war, wurde zum Beispiel durch die fachliche Beratung deutlich, wie die Entwicklung der Anlagen weitergeht und warum im Einzelfall ein Teil ausgewechselt werden musste. Das trägt zum gegenseitigen Verständnis und zum Vertrauen bei.
Der Aufwand für einen solchen Aktionstag sinkt zwar mit der Erfahrung, doch gute Organisation wichtig. Biester vertraut ihrem Mitarbeiter im Marketing die Organisation an. Am Veranstaltungstag selbst, helfen alle Mitarbeiter. Die Stundenuhr läuft dabei mit – denn wer sonntags motiviert Kunden betraten soll, der muss nach Ansicht der Geschäftsführerin auch an einem anderen Tag frei bekommen.
2.000 Besucher beim Augsburger Energietag

Ihr freies Wochenende nutzten viele Augsburger zum Besuch des Energietages. Im Botanischen Garten standen diesmal nicht die Pflanzen, sondern die Heizanlage mit Biomasse und Erneuerbare Energie zum Anfassen im Fokus. Die Handwerkskammer Schwaben engagierte sich und neun Betriebe aus der Region informierten über die Möglichkeiten für Endverbraucher ihren Verbrauch zu senken erneuerbare Energien einzusetzen. Anschaulich machten die Schüler des Jakob-Fugger-Gymnasiums die Technik. Auf dem Energiepfad konnten die Besucher selbst kleine Windräder, Photovoltaikanlagen und Solarthermikinstallationen bedienen. Mit diesen und weiteren Aktionen werben Veranstalter während der Woche der Sonne für Erneuerbare Energien. Der Bundesverband Solarwirtschaft gibt Unternehmen weitere Tipps für die Organisation eines eigenen Aktionstages. Über die Webpage können Firmen ihre Veranstaltungen verlinken und sich Rat holen. Auch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima , Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke und der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks unterstützen die Woche der Sonne. Weitere Anregungen für Aktionen bieten die europaweiten Veranstaltungen.