Wie ein kurzes Tagebuch Berichtsheft: So einfach wie Facebook, Twitter und Co

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke regelmäßig nutzt, führt fast ein kleines Tagesbuch und notiert, was er macht und was wichtig ist. Azubis können diese Fähigkeiten auch fürs Schreiben des Berichtshefts nutzen. Alles, was man dazu braucht, ist ein Internetanschluss. Schon ein paar Stichworte am Tag genügen.

Damit das Ausfüllen des Berichtshefts nicht zum Stress wird, kannst du es auch online führen. - © Werner Heiber/Fotolia

Berufsschule, die Arbeit im Betrieb und dann soll man auch noch regelmäßig im Berichtsheft alles aufschreiben, was man lernt und den ganzen Tag macht. Hausaufgaben nerven, das kennt jeder aus der normalen Schulzeit. Dabei ist es gar nicht schwer oder aufwendig, das Berichtsheft so zu führen, dass der Chef zufrieden ist und man sich gleichzeitig noch viel Lernstress ersparst. Mit den neuen technischen Möglichkeiten das Berichtsheft auch online zu führen, kann man das auch ganz schnell und einfach erledigen. Und ob online oder offline, kann man sogar richtig kreativ werden, wenn man Fotos und andere Elemente mit einbaut.

Grundsätzlich dient das Berichtsheft sowohl der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb als auch dem Azubi selbst als "zeitlicher und sachlicher Ausbildungsnachweis". So nennt es jedenfalls die gesetzliche Verordnung des Berufsbildungsgesetzes. Wenn man hier regelmäßig aufschreibst, wann man welche Arbeiten erledigt hat, welche Themen in der Berufsschule besprochen wurden und was man dabei gelernt hat, dient das quasi als Beweis für die Leistung und der Ausbilder weiß, welche Aufgaben er dem Azubi noch zeigen muss, damit er am Ende der Lehre auch alles kann und weiß, was für die Prüfung notwendig ist.

Nicht lange Nachdenken müssen

Regelmäßig aufschreiben heißt in den meisten Handwerksberufen, dass Azubis mindestens wöchentlich eine kurze Zusammenfassung schreiben. Auch wenn Lehrer und Ausbilder nicht jede Woche kontrollieren, ob das Berichtsheft ausgefüllt ist, ist es besser es nicht auf die lange Bank zu schieben. Denn wer kann sich schon heute noch daran erinnern, was genau vor einem oder zwei Monaten in der Berufsschule durchgenommen wurde? Wer also immer an einem bestimmten Tag in der Woche oder besser noch jeden Abend kurz aufschreibt, was er gemacht hat, der erspart sich langes Grübeln und viel Arbeit.

Ganz einfach geht das jetzt auch mit dem Online-Berichtsheft. Auf der Internetseite online-ausbildungsnachweis.de kann man das Berichtsheft wie ein Internet-Tagebuch schreiben. So wie die meisten jeden Tag bei Facebook und Co. eintragen, was sie in der Freizeit machen, geht das nun auch mit dem Berichtsheft. Allerdings muss man das mit dem Ausbilder absprechen, denn er muss eine einmalige Gebühr dafür zahlen. Danach können sich Azubis auf dem Portal registrieren und hier ihre Stichworte für das Berichtsheft eintragen. Zusätzlich kann man auch Unterlagen aus der Schule, Fotos und andere Dokumente hochladen und so zeigen, was gerade bearbeitet wird und welche Themen in der Schule besprochen werden.

Das Gute daran ist, dass nun nichts mehr verloren gehen kann und man jeder Zeit und von überall dort, wo man einen Internetzugang hat, darauf zugreifen kann. Außerdem kann sich dann auch niemand mehr beklagen, dass er eine Handschrift nicht lesen kann.

Das solltest du wissen

Es geht aber natürlich auch ohne den Online-Ausbildungsnachweis. Das normale Berichtsheft bekommen Azubis zum Beginn der Ausbildung vom Chef oder der Berufsschule. Das ist je nach Beruf etwas unterschiedlich und je nachdem, in welcher Branche man arbeitet, sieht das Heft auch anders aus und ist auch im Innenteil ganz anders gestaltet. "In den kaufmännischen Berufen ist es meist Standard, dass man das Berichtsheft als normalen Text in einem Word-Dokument schreibt, die Kfz-Branche hat aber zum Beispiel ein ganz eigenes Heft, das "der Autofachmann" heißt", erklärt Thomas Schmid, Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer für Schwaben .

Seite 2: Was sollte im Berichtsheft nicht fehlen und was darf nicht hinein?>>>

Damit Azubis wissen, was genau sie in das Berichtsheft schreiben sollen und was besser nicht, – schließlich ist es ja auch ein offizielles Dokument, dass man für den Abschluss benötigt – haben wir gemeinsam mit Thomas Schmid Tipps in Form von wichtigen Fragen zusammengestellt:

Wie führe ich das Berichtsheft korrekt und ordentlich?
Das Berichtsheft ist der wichtigste Nachweis über die Ausbildung und ohne das Berichtsheft darf man weder die Zwischen- noch die Gesellenprüfung ablegen. Deshalb sollte man sehr großen Wert darauf legen, das Heft ordentlich und regelmäßig zu führen. Da jedoch jeder Chef hierbei auch eigenen Vorgaben machen kann, ist es am besten, wenn sich Azubi und Ausbilder gleich zu Beginn der Ausbildung zusammensetzen und besprechen, wie das Heft geführt werdenen sollte. Dabei sollte auch festgelegt werden, wann der Azubi die Berichte schreibt und wann es der Chef kontrolliert. Optimal ist es, wenn das zu Beginn gemeinsam erledigt werden kann, wenn beide ein paar Einträge im Berichtsheft erstellen udn so Vorlagen schaffen, an denen sich der Azubi orientieren kann.

Genügen Stichwort oder muss ich ganze Sätze schreiben?
Genau das sollte jeder Azubi mit seinem Chef besprechen. Oft ist es aber je nach Beruf unterschiedlich: In einem technischen Beruf wie Elektriker oder Kfz-Mechatroniker sind Stichworte und viele Zahlen und Berechnungen eher normal und in einem gestalterischen Berufen ist es manchmal auch gut, die Sätze auszuformulieren und damit auch Kreativität zu zeigen.

Wie viel muss oder sollte ich schreiben?
In vielen Berichtsheften ist das schon vorgegeben, manchmal kann man es aber auch ganz frei selbst entscheiden. Wichtig ist nicht die Menge, die man schreibt, sondern dass der Inhalt stimmt und man nichts Relevantes vergessen hat. Die Beiträge im Berichtsheft sollten darstellen, welche Aufgaben ein Azubi während der Arbeit im Betrieb erledigt und welche Werkzeuge oder Hilfsmittel er dazu verwendet hat. Gleichzeitig sollte hier immer eingetragen werden, welche Fächer in der Berufsschule auf dem Stundenplan standen und welche Themen dort besprochen wurden. Dann weiß der Chef nämlich immer, was man gerade theoretisch lernt und kann das dann gleich in der Praxis zeigen.

Was darf ich hier nicht reinschreiben?
Man sollte hier keine privaten Sachen wie Hobbies beschreiben, auch wenn diese entfernt etwas mit dem Beruf zu tun haben. Auch Treffen mit einem Freund, auch wenn es ein Kollege ist, sind hier fehl am Platz. Genauso sieht es mit Problemen mit einem Kollegen oder dem Chef aus. Die sollte man lieber in einem Gespräch klären und nicht im Berichtsheft erwähnen.

Wann schreibe ich was auf?
Am besten gewöhnt man sich an, immer zu einer festen Uhrzeit am Tag oder wenigstens einem festen Tag in der Woche die Einträge in das Berichtsheft auszufüllen. Azubis sollten allerdings auf jeden Fall mit dem Chef klären, wann er es kontrolliert und wann Möglichkeiten bestehen, es während der Arbeitszeit zu schreiben und mit ihm gemeinsam durchzusprechen.

Das Portal online-ausbildungsnachweis.de findest du hier .

Weitere Tipps zum Thema Berichtsheft und Muster für wöchentliche und tägliche Hefteinträge gibt es im Internet beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). jtw