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Effizienzlabel und Feuerstättenampel Heizkessel austauschen: Was 2017 wichtig ist

Bis zu 200.000 alte Heizungen sollten in Deutschland dringend ausgetauscht werden. Gesetzliche Vorgaben machen den Heizungsaustausch zur Pflicht. 2017 läuft eine Frist für alte Holzöfen ab.

Stufenweise sollen alte Heizkessel aus deutschen Haushalten verschwinden. Das Ziel ist unter anderem mehr CO2 einzusparen. Dafür gibt es verschiedene Ablauffristen für die einzelnen Heiztechniken. Um Haus- und damit auch Heizungsbesitzern zu zeigen, wie energieeffizient ihre Heizung arbeitet und wann sie eventuell ausgetauscht werden muss, hat der Gesetzgeber unterschiedliche Kennzeichnungssysteme eingeführt.

Wie viele Heizungen müssen ausgetauscht werden? 

Nachdem die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft trat, schätzte der Schornsteinfegerverband, dass etwa 150.000 bis 200.000 Heizungsanlagen deutschlandweit ausgetauscht werden müssen. Aktuell jedoch liegt das durchschnittliche Alter von Heizungen in Deutschland bei 17,6 Jahren, rund ein Drittel ist älter als 20 Jahre.

Ausgetauscht werden müssen grundsätzlich die Heizkessel, die vor 1987 eingebaut wurden und die somit älter als 30 Jahre sind. Die Kontrolle, ob die betroffenen Anlagen ausgetauscht werden müssen, übernehmen die Bezirksschornsteinfeger.

Austauschpflicht: Sind auch Kaminöfen betroffen? 

Neben Heizungen müssen laut der EnEV auch alte Holz- und Kohleheizöen ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Der Grund auch hier: Verschärfte Grenzwerte für Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissionen.

Heizkessel für feste Brennstoffe mit einer Leistung von vier bis 15 Kilowatt, die bis einschließlich 31. Dezember 1994 errichtet wurden, müssen die Emissionswerte der Stufe eins einhalten. Dies gilt auch für Kessel mit höheren Leistungen. Bei kleinen Heizkesseln müssen die CO- und Staubwerte – genau wie bei größeren Kesseln - in einem Abstand von zwei Jahren gemessen werden.

Die Austauschpflicht greift hierfür in verschiedenen Stufen: Waren beim Inkrafttreten der Regelungen erst nur Öfen betroffen, die vor 1975 eingebaut wurden, so gilt bereits Ende 2017 die zweite Stufe und auch für die Feuerungsanlagen, deren Einbau vor 1985 liegt, gilt die Austauschpflicht. Weitere Verschärfungen gelten 2020 und 2024.

Welche Kennzeichnungen gibt es für die Energieeffizienz von Heizkesseln?

Effizienzlabel für Heizungen

Bereits seit dem 1. Januar 2016 werden alte Heizkessel mit dem neuen Effizienzlabel für Heizungen ausgestattet. Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, müssen seit dem 1. Januar 2016 mit einem Energie-Effizienzlabel versehen werden. Bis Ende 2016 waren Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger sowie bestimmte Energieberater berechtigt die Etiketten anzubringen.

Seit dem 1. Januar 2017 ist dies nun die Pflicht der Bezirksschornsteinfeger. Dieser hat für alte Kaminöfen jedoch noch ein zweites Kennzeichnungssystem parat: die sogenannte Feuerungsampel, die zeigt, wie alt ein Kaminofen ist und entsprechend auch, wann er ausgetauscht werden muss.

Was ist das Ziel des Effizienzlabels für Heizungen? 

Das Ziel des 2016 eingeführten Labels ist es, die Verbraucher über den Effizienzstatus der Heizung zu informieren. Außerdem soll die Kennzeichnung die Austauschrate von alten Heizkesseln erhöhen und den Verbrauchern einen Anstoß zum Energiesparen geben. Das Energie-Effizienzlabel ist für Verbraucher kostenlos.

Hintergrund, warum das Effizienzlabel 2016 eingeführt wurde ist die seit 1. Mai 2014 gültige Energieeinsparverordnung (EnEV 2014).

Gibt es beim Heizungslabel Ausnahmen? 

Ja, für Privatleute gibt es einige Ausnahmen. Beispielsweise müssen alte Niedertemperatur- und Brennwertkessel nicht ausgetauscht werden, da sie einen höheren Wirkungsgrad haben. Auch Anlagen zur ausschließlichen Warmwasseraufbereitung dürfen bleiben.

Eigentümer von Ein- bis Zweifamilienhäusern sind von der Austauschpflicht komplett ausgenommen, sofern sie schon vor dem 1. Februar 2002 dort wohnten. Wird das Haus jedoch verkauft und ist der Heizkessel bereits älter als 30 Jahre, hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit, den Heizkessel auszutauschen.

Was steckt hinter der sogenannten Feuerstättenampel?

Die Feuerstättenampel ist eine Kennzeichnung für Kaminöfen in Ampelfarben und kennzeichnet das Jahr, indem der Ofen ausgetauscht werden muss. Die Farben richten sich nach den Stufen, in denen die Austauschfristen greifen.

Eine rote Markierung steht für einen dringend nötigen Austausch, Orange ist die Kennzeichnung für das Jahr 2017, in der die nächste Stufe der Austauschpflicht greift, wenn das Gerät vor 1985 eingebaut wurde und nur wenn eine grüne Kennzeichnung vorhanden ist, ist der Holzofen bereits technisch auf dem neuesten Stand. Die Feuerungsampel wird ebenfalls von den Schornsteinfegern vergeben. Sie ist jedoch nicht verpflichtend. dhz

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wuderlich

lasst es

höt auf mit euren aufgeweichten gesetzen- ist lachhaft. oder erlasst dem kunden komplett ohne formularkram die mwst. dan rauschts im karton ! mit dem bla bla nicht