Unternehmensführung -

Hohe Arbeitsbelastung Fünf Tipps: Erkennen, wann Mitarbeiter überfordert sind

Häufig krank, angespannt und viele Überstunden: Wenn Mitarbeiter überfordert sind, leidet die Qualität ihrer Arbeit. Für Vorgesetzte ist es jedoch teils schwierig, die Anzeichen dafür richtig zu deuten. Fünf Tipps für Chefs.

Für Arbeitgeber ist es oft schwierig zu erkennen, wenn ein Mitarbeiter überfordert ist. Doch Chefs sollten darauf achten – denn Überforderung kann sich langfristig negativ auf die Psyche und damit die Arbeitsleistung auswirken. Kaum ein Angestellter wird aber offen sagen, dass er sich mit der Arbeit überfordert fühlt. Vorgesetzte müssen daher bei bestimmten Warnzeichen hellhörig werden.

Fünf Indizien für Überforderung

1. Krankheitstage steigen an

Laut einer Studie der Betriebskrankenkassen waren Arbeitnehmer im Jahr 2013 durchschnittlich an 17,6 Tagen krankgeschrieben - immer häufiger aufgrund psychischer Beschwerden. Wenn die Zahl der Krankheitstage bei einem Mitarbeiter rasant ansteigt, kann das ein Zeichen für Überforderung sein. Welche Fehlzeiten noch als "normal" gelten, variiert von Branche zu Branche: Im Verwaltungsbetrieb sind fünf Prozent bereits besorgniserregend, im gewerblichen Bereich sind sie hingegen noch vertretbar.  

2. Häufige Arztbesuche

Gehen Mitarbeiter häufiger zum Arzt, sollten Chefs ebenfalls aufmerksam werden und das Verhalten des Angestellten beobachten. Körperliche Beschwerden treten oft vermehrt dann auf, wenn sich Beschäftigte gestresst fühlen. Doch auch hier gilt: Es kann, muss aber kein Anzeichen für Überforderung sein.

3. Schwierigkeiten bei Projekten

Wenn regelmäßig Projekte nicht rechtzeitig fertig werden kann es sein, dass sich die Arbeit bei dem jeweiligen Mitarbeiter staut. Haben Beschäftigte das Gefühl, immer mehr Aufgaben zu bekommen und sie nicht mehr abarbeiten zu können, wirkt das frustrierend – und hat negative Konsequenzen für die Qualität der Arbeit.  

4. Viele Überstunden

Schafft der Mitarbeiter seine Aufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit und macht laufend Überstunden, ist das ein klares Indiz, dass die Arbeitsbelastung zu hoch ist. Ist das ein Dauerzustand, fühlen sich die meisten Beschäftigten gestresst. Vorgesetzte sollten vor allem dann aufmerksam werden, wenn der Angestellte häufig angespannt wirkt.

5. Alkohol und Drogen

Ein Warnhinweis ist auch Alkohol: Kommt ein Beschäftigter regelmäßig verkatert zur Arbeit, kann es sein, dass er Alkohol nach der Arbeit zur Entspannung braucht. Auch starkes Rauchen kann ein Anzeichen für Stress sein. Immer mehr Arbeitnehmer greifen auch zu Pillen, um mit Stress am Arbeitsplatz umzugehen.

Probleme mit Kollegen

Nicht immer jedoch liegt es an einer Arbeitsüberlastung, wenn Mitarbeiter häufig krank oder gestresst sind. Möglich ist auch, dass er sich eine bessere Führung von seinem Vorgesetzten wünscht – oder Probleme mit den Kollegen hat. Auch das sollten Arbeitgeber allerdings ernst nehmen. So könnten Chefs beispielsweise reagieren, indem sie Probleme ansprechen, Aufgaben anders verteilen oder die Teams neu einteilen.

Manchmal liegt die Überforderung aber einfach nur an einer schlechten Selbstorganisation. Ein Workshop, in dem der Mitarbeiter Organisationsmethoden kennenlernt, kann dann möglicherweise schon helfen. dhz

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