Rechtslage bei Unpünktlichkeit im Winter Zu spät zur Arbeit wegen Glatteis: Das gilt rechtlich

Schneechaos, Glatteis und lahmer Verkehr. Mitarbeiter kommen im Winter gerne mal zu spät zur Arbeit – teils auch unverschuldet. Sei es wegen einem Unfall oder weil Bus und Bahn zu spät kommen. Rechtlich gilt: Nicht immer müssen Arbeitgeber die Verspätungen akzeptieren. Schlimmstenfalls drohen Lohnkürzung oder Kündigung.

Hartmut Fischer

Ganz gleich, ob der Arbeitsweg mit dem Auto oder den Öffentlichen bestritten wird - viele Arbeitnehmer kommen wegen Glatteis & Co. unpünktlich zur Arbeit. Wann trägt der Mitarbeiter Schuld an der Verspätung und welche Konsequenzen drohen? - © miket - stock.adobe.com

Erst Schnee schippen, dann das Auto freikratzen und anschließend mit 30 km/h in Richtung Arbeitsstelle. Die kalte Jahreszeit hält viele Zeitfresser bereit. Wer nicht genügend Puffer einplant, kommt schnell mal zu spät zur Arbeit. Davon sind auch Arbeitnehmer betroffen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren.

Doch was gilt rechtlich, wenn Mitarbeiter wegen streikenden Autobatterien, unpünktlichen Zügen oder Glatteis zu spät kommen? Muss der Arbeitgeber die Verspätung hinnehmen, müssen Arbeitnehmer die Zeit nacharbeiten oder drohen sogar Abmahnung und Kündigung?

Rechtslage: Zu spät wegen Glatteis

Glatteis ist ein beliebter Entschuldigungsgrund, wenn man bei Minustemperaturen zu spät zur Arbeit kommt. Doch rechtlich gesehen ist das kein Grund. Denn das sogenannte Wegerisiko liegt normalerweise beim Arbeitnehmer. Dabei ist nach § 616 BGB entscheidend, ob der Arbeitnehmer "für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird".

Da die Verhinderung bei Wetterunbilden nicht in seiner Person liegt, trägt er hier das Risiko. Etwas anderes wäre es beispielsweise, wenn sein Auto nicht anspringt, weil sich die Batterie "erkältet" hat. Das sieht der Gesetzgeber als "in seiner Person" liegenden Grund an, so dass er hierfür auch nicht verantwortlich gemacht werden kann.

Grundsätzlich kann also festgehalten werden, dass Verspätungen aus individuellen Gründen nicht zu Lasten des Arbeitnehmers gehen. Deshalb kann er auch nicht verantwortlich gemacht werden, wenn er unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, was ja im Winter häufiger vorkommt.

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    Wenn das bunt gefärbte Laub unter den Füßen raschelt, schweben Herbstliebhaber auf Wolke 7. Die Blätterpracht birgt allerdings auch Gefahren. Denn: Sobald das Laub nass wird, verwandelt sich das Herbstambiente in ein Unfallrisiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Gerade auf mit Laub bedeckten Treppen besteht für Arbeiter erhöhte Rutschgefahr. Dasselbe gilt für Eingangsbereiche, in die der Wind nasses Laub hineingetragen hat. Betriebsinhaber sollten daher versuchen, sowohl Betriebsgelände als auch angrenzende Wege so gut wie möglich vom Laub zu befreien.
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    Sobald die Temperaturen unter 0 Grad wandern, wird der Weg zur Arbeit eine Rutschpartie. Glatteis macht nicht nur Autofahrern sondern auch Fußgängern zu schaffen. Das gilt auch für Wege auf der Arbeit. Viele Unfälle im Herbst und Winter ereignen sich bereits auf dem Firmenparkplatz. Pfützen, die sich in Löchern und Kuhlen gebildet haben, gefrieren über Nacht zu Eis und verwandeln sich so zu einer potenziellen Unfallstelle. Gerade auf Schotterparkplätzen sollten Betriebsinhaber daher versuchen, Löcher zuzuschütten und den Untergrund möglichst eben zu halten.
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    Wer auf dem Weg zur Arbeit durch Regen oder Schnee stapft, trägt Matsch und Feuchtigkeit häufig auch mit ins Büro. Hier lauert im Herbst und Winter eine weitere Unfallgefahr. Denn durch das nasse Schuhwerk bilden sich Pfützen im Gebäude, die vor allem auf Treppen und glatten Böden zum Ausrutschen einladen. Schuhe sollten daher vor Betreten des Gebäudes immer ausreichend abgestreift und -geklopft werden. Gegebenenfalls sollten Mitarbeiter ihre Schuhe auch vor Ort wechseln. Betriebsinhaber sollten dafür sorgen, dass an allen Eingängen große Fußabtreter liegen.
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    Wer im Winter draußen arbeitet, ist erhöhter Unfallgefahr ausgesetzt. Besondere Vorsicht ist bei Arbeiten auf dem Gerüst geboten. Die glatten Bodenplatten verwandeln sich bei Schnee und Regen schnell zu einem rutschigen Untergrund. Arbeiter sollten sich daher äußerst vorsichtig bewegen und zusätzlich sichern. Zudem sollte auf rutschfestes Schuhwerk und passende Schutzausrüstung geachtet werden. Gerüste, Laufstege und Treppen müssen geräumt und gestreut und sichere Verkehrswege sollten nicht verlassen werden.
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    Der Winter wird nicht umsonst die dunkle Jahreszeit genannt. Eine ausreichende Beleuchtung auf dem Betriebsgelände sowie auf der Baustelle ist daher unerlässlich. Stolperfallen oder rutschige Stellen können ansonsten leicht übersehen werden und zu Unfällen führen. Verkehrswege müssen blendfrei mit mindestens 20 Lux ausgeleuchtet werden. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich. Vorhandene Lampen können im Winter schnell einmal verschmutzt oder von Schnee bedeckt sein. Chefs und Mitarbeiter sollten die Leuchtquellen daher regelmäßig prüfen und gegebenenfalls säubern. Steht morgens und abends kein Tageslicht zur Verfügung, ist zudem eine Sicherheitsbeleuchtung mit mindestens 1 Lux erforderlich.
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    Wer die falschen Schuhe trägt, setzt sich einem erhöhten Unfallrisiko aus. Das richtige Schuhwerk kann hingegen Unfälle auf der Arbeit vorbeugen. Gerade im Herbst und Winter ist der Untergrund vielerorts rutschig. Der Chef ist verpflichtet, seinen Mitarbeitern einen den Anforderungen entsprechenden Fußschutz mit rutschfester Sohle bereitzustellen. Je nach Schuhwerk kann sogar die Unfallgefahr durch Umknicken reduziert werden.
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    Keine Unfall-, dafür aber die häufigste Krankheitsursache bei Arbeiten im Freien: Die falsche Kleidung. Besonders im Winter drohen hartnäckige Erkältungen und chronische Krankheiten der Atemwege oder Gelenke. Im Winter ist die richtige Kombination aus Wetterschutzjacke und Hose ist entscheidend - beispielsweise aus Mikrofasern, abgestimmt mit geeigneter Unterkleidung. Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung erlauben. Auch der nötige Kälteschutz für den Kopf ist wichtig, etwa durch einen Helm mit Winterauskleidung.
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    Neben der persönlichen Schutzausrüstung sollten die Unternehmer bei tiefen Temperaturen auch die Arbeit entsprechend organisieren und den Mitarbeitern beispielsweise heiße Getränke und einen Aufwärmraum für die Pausen anbieten. Gestärkt und aufgewärmt verringert sich das Erkältungsrisiko. In den Pausenräumen sollte es laut BG Bau mindestens 21 Grad Celsius warm sein.
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    Vor allem im Winter gilt: Das Betriebsgelände sowie angrenzende Wege sollten unbedingt von Eis und Schnee befreit werden. Damit Unfälle nicht bereits bei den Räumungsarbeiten passieren, gibt es überziehbare Spikes, die an den Schuhen sicher befestigt werden können. Auch auf Baustellen und in der Umgebung von Rohbauten muss der Baubetrieb dafür sorgen, dass gestreut und geräumt wird.

Zu spät wegen Winter-Chaos: Diese Rechte haben Arbeitgeber

Allerdings kann auch wegen eines einmaligen Zuspätkommens wegen Glatteis nicht gleich mit Kündigung gedroht werden. Wer aber häufiger zu spät kommt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Insbesondere dann, wenn der Verdacht besteht, dass der Winter hier als Ausrede dient.  Der Arbeitnehmer hat auch keinen Anspruch auf Lohn in der Fehlzeit. Der Arbeitgeber kann deshalb verlangen, dass der Mitarbeiter die Verspätung durch Überstunden "abarbeitet".

Theoretisch kann der Arbeitgeber auch eine Lohnkürzung vornehmen. Doch wenn es sich um 10, 15 Minuten Verspätung handelt, wäre der Aufwand für die Neuberechnung des Arbeitsentgeltes schlicht zu hoch, so dass fast immer die Fehlzeit nachgearbeitet werden muss.

Diese Regeln gelten nicht nur für Mitarbeiter, die mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit kommen. Auch Arbeitnehmer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, müssen die Nachteile hinnehmen, wenn der Bus oder die Bahn Verspätung hat oder gar ganz ausfällt. Zwar kann der Mitarbeiter nichts dafür, dass das öffentliche Verkehrsmittel nicht fahrtplanmäßig verkehrt – aber auch dem Arbeitgeber kann dies nicht angelastet werden.

Selbst wenn der werkseigene Bus witterungsbedingt zu spät kommt, kann der Arbeitgeber den Lohn kürzen oder verlangen, dass die Arbeit nachgeholt wird.

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    Wer im Winter draußen arbeitet, ist erhöhter Unfallgefahr ausgesetzt. Besondere Vorsicht ist bei Arbeiten auf dem Gerüst geboten. Die glatten Bodenplatten verwandeln sich bei Schnee und Regen schnell zu einem rutschigen Untergrund. Arbeiter sollten sich daher äußerst vorsichtig bewegen und zusätzlich sichern. Zudem sollte auf rutschfestes Schuhwerk und passende Schutzausrüstung geachtet werden. Gerüste, Laufstege und Treppen müssen geräumt und gestreut und sichere Verkehrswege sollten nicht verlassen werden.
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    Der Winter wird nicht umsonst die dunkle Jahreszeit genannt. Eine ausreichende Beleuchtung auf dem Betriebsgelände sowie auf der Baustelle ist daher unerlässlich. Stolperfallen oder rutschige Stellen können ansonsten leicht übersehen werden und zu Unfällen führen. Verkehrswege müssen blendfrei mit mindestens 20 Lux ausgeleuchtet werden. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich. Vorhandene Lampen können im Winter schnell einmal verschmutzt oder von Schnee bedeckt sein. Chefs und Mitarbeiter sollten die Leuchtquellen daher regelmäßig prüfen und gegebenenfalls säubern. Steht morgens und abends kein Tageslicht zur Verfügung, ist zudem eine Sicherheitsbeleuchtung mit mindestens 1 Lux erforderlich.
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    Wer die falschen Schuhe trägt, setzt sich einem erhöhten Unfallrisiko aus. Das richtige Schuhwerk kann hingegen Unfälle auf der Arbeit vorbeugen. Gerade im Herbst und Winter ist der Untergrund vielerorts rutschig. Der Chef ist verpflichtet, seinen Mitarbeitern einen den Anforderungen entsprechenden Fußschutz mit rutschfester Sohle bereitzustellen. Je nach Schuhwerk kann sogar die Unfallgefahr durch Umknicken reduziert werden.
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    Vor allem im Winter gilt: Das Betriebsgelände sowie angrenzende Wege sollten unbedingt von Eis und Schnee befreit werden. Damit Unfälle nicht bereits bei den Räumungsarbeiten passieren, gibt es überziehbare Spikes, die an den Schuhen sicher befestigt werden können. Auch auf Baustellen und in der Umgebung von Rohbauten muss der Baubetrieb dafür sorgen, dass gestreut und geräumt wird.

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