Elektromobilität „Zehn bis zwölf Milliarden Euro für alternative Antriebe“

Anlässlich der Auftaktveranstaltung zur zweiten Phase der Nationalen Plattform Elektromobilität in Berlin unterstrich Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), dass Deutschland Weltmarktführer für Elektromobilität werden könne.

Elektromobilität: Preisunterschied zu Verbrennungsmotoren "erhebliches Kaufhindernis". - © Fotolia

„Die deutsche Automobilindustrie unterstützt nachdrücklich das Vorhaben der Bundesregierung, Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu etablieren. Beide Ziele sind ambitioniert, aber machbar, wenn die Rahmenbedingungen bei Forschung, Pilotfertigung und Markteinführung stimmen", erklärte Wissmann. Das „Regierungsprogramm Elektromobilität“ habe erste richtige Schritte beschlossen, jetzt komme es jedoch auf eine konsequente Umsetzung an. Dazu gehöre auch eine transparente und schnelle Vergabe der Fördervorhaben und –gelder, so Wissmann weiter.

Laut des VDA-Oberen werde die Automobilindustrie in den nächsten drei bis vier Jahren zehn bis zwölf Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe investieren und damit 40 Prozent aller Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen, die für Antriebstechnik insgesamt ausgegeben werden. Branchenübergreifend investiere die deutsche Industrie im gleichen Zeitraum sogar bis zu 17 Milliarden Euro in die Elektromobilität.

Erster Bericht im Mai

Im Mai 2012 will der Verband einen ersten Fortschrittsbericht vorlegen. Ganz oben auf der Agenda stehen die Themen Normung, Bildung und Qualifizierung sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung. Insbesondere bei der Batterieforschung gebe es erhebliche Fortschritte. So würden zum Beispiel Kompetenzzentren für die Batterieforschung in Dresden, München, Münster und Ulm entstehen, sagte Wissmann.

Der Verbandschef zeigte sich aber realistisch. Demnach sei es unstrittig, dass in den kommenden Jahren die Anschaffungs- und Betriebskosten eines Elektroautos noch um mehrere tausend Euro über denen eines vergleichbaren Pkw mit Verbrennungsmotor liegen werden. Dazu Wissmann: „Eine Analyse des noch jungen Marktes für Elektrofahrzeuge zeigt, dass dieser Preisunterschied ein erhebliches Kaufhindernis darstellt. Wir beobachten, dass der Absatz von elektrisch betriebenen Pkw seit etwa einem Jahr weltweit steigt - allerdings auf einem insgesamt noch sehr niedrigen Niveau."

Dennoch gehöre Deutschland zusammen mit den USA und Japan bereits zu den größten Absatzmärkten für Elektroautos. „Jetzt kommt es entscheidend darauf an, in dem immer intensiver werdenden Wettbewerb zwischen den Staaten die gute Position Deutschlands zu halten und auszubauen“, gibt Wissmann die Marschrichtung vor.

dhz