Die Bundesregierung will befristet eine degressive Abschreibung einführen und so den Wohnungsbau wieder ankurbeln. Das ist bisher bekannt.

Die Bundesregierung will mit steuerlichen Anreizen den kriselnden Wohnungsbau ankurbeln. Dabei geht es um erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten für Wohngebäude, wie die Bundesregierung mitteilte. Außerdem sollen weitere Erleichterungen für die Wirtschaft am Mittwoch auf der Kabinettsklausur in Meseberg beschlossen werden. Damit reagiert die Bundesregierung auf die anhaltenden Forderungen der seit Monaten kriselnden Wirtschaft.
Degressive Afa soll ab dem 1. Oktober 2023 gelten
Geplant ist demnach die Einführung einer sogenannten degressiven AfA für Wohngebäude mit sechs Prozent ab Baubeginn 1. Oktober 2023 befristet auf sechs Jahre. Das könnte den Staat rund eine halbe Milliarde Euro pro Jahr kosten. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) zeigte sich zufrieden: "Sechs Jahre lang, sechs Prozent der Investitionskosten abschreiben, ohne Baukostenobergrenze, ab einem Effizienzstandard 55 und für alle Bauprojekte ab 1. Oktober dieses Jahres sofort zum Baubeginn – das ist das Angebot der Regierung an die Bau- und Immobilienbranche, um den Wohnungsbau in Deutschland wieder in Schwung zu bringen."
Hilferufe aus der Bauwirtschaft
Angesichts der sich zuspitzenden Krise am Bau hatte sich kurz zuvor auch die Bundesvereinigung Bauwirtschaft schnell greifende Maßnahmen gefordert. "Ohne eine sofortige Kursumkehr werden zu wenige Wohnungen gebaut, es wird zu sozialen Verwerfungen auf den Wohnungsmärkten kommen und die für die Bauaufgaben benötigten Fachkräfte werden in andere Branchen abwandern", warnte ihr Vorsitzender Marcus Neubauer eindringlich. Der giftige Cocktail aus Inflation, hohen Zinsen, gekappten Förderungen und immer schärferen energetischen Anforderungen habe bei den Häuslebauern, aber auch bei den Investoren einen marktschädigenden Attentismus ausgelöst.
Lindner plant auch bessere Verrechnung von Verlusten
Die nun vorgeschlagenen Steuerentlastungen sind Teil eines von Finanzminister Christian Lindner (FDP) geplanten Pakets zur Unterstützung der in der Konjunkturflaute kriselnden Wirtschaft. Es soll am Mittwoch vom Kabinett in Meseberg beschlossen werden. Dazu zählt auch eine bessere Verrechnung von Verlusten. Die Unternehmen sollen jetzt über vier Jahre 80 Prozent der Verluste verrechnen können, bisher liegt die Grenze bei 60 Prozent.
Ampel will Wirtschaft um sieben Milliarden Euro entlasten
Der Entwurf für das Wachstumschancengesetz war vor zwei Wochen von Familienministerin Lisa Paus (Grüne) blockiert worden. Grund war ein Streit um die Kindergrundsicherung. Die Koalition hat sich dazu aber mittlerweile auf Eckpunkte dazu geeinigt.
Vorgesehen sind jetzt Steuererleichterungen pro Jahr bis 2028 von im Schnitt rund sieben Milliarden Euro, etwas mehr als bisher geplant. Der Gesetzesentwurf sieht außerdem eine staatliche Investitionszulage für Klimaschutzinvestitionen vor. Sie soll 15 Prozent der begünstigten Aufwendungen des Unternehmens betragen, heißt es weiter.
Mit Inhalten der dpa