Veggie-Trend im Fleischerhandwerk Wo der Appetit auf Fleischersatz auch im Handwerk zu spüren ist

Auf der Fleischwirtschaftsmesse IFFA zeigt sich, wie stark sich die Welt in drei Jahren verändert hat. Pflanzliche Proteine sind gekommen, um zu bleiben.

Erste Wahl beim Metzger: Fleisch in hoher Qualität, regional und nachhaltig hergestellt. - © hedgehog94 - stock.adobe.com

Immer mehr Deutsche entscheiden sich für vegetarisches und veganes Essen. Ein anhaltender Trend, der auch die Frankfurter Fleischwirtschaftsmesse IFFA beschäftigt. Vom 14. bis 19. Mai informieren mehr als 200 der 860 Aussteller über Technologien und Lösungen zu pflanzlichen Proteinen. Das Geschäftsfeld mit vegetarischen und veganen Produkten wurde zudem in den Titel der Weltleitmesse "IFFA – Technology for Meat and Alternative Proteins" gehoben.

Handwerklich, hochwertig und regional

Den Veggie-Trend spüren längst auch die knapp 11.000 Fleischerfachbetriebe in Deutschland – allerdings vor allem im Catering-Bereich oder bei zubereiteten Gerichten, berichtet der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV), Herbert Dohrmann. An der Ladentheke verlangten die Kunden in den allermeisten Fällen weiterhin Fleischerzeugnisse, die das Handwerk in hoher Qualität regional und nachhaltig herstelle. Aktuell machten der Branche vor allem die stark steigenden Preise für Energie, Rohstoffe und Material zu schaffen. Zusammen mit höheren Lohnkosten könne das zu höheren Preisen führen.

Fleischersatz wird im Supermarkt gekauft

Anders als in den handwerklichen Betrieben, ist die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten in den Supermärkten deutlich stärker zu spüren. Wer als Unternehmen jetzt erst beginne, sich mit vegetarischen und veganen Ernährungsformen zu beschäftigten, habe nur eine Überlebenschance von 50 zu 50, sagt der Berater und frühere Manager der Rügenwalder Mühle, Godo Röben. Wer die Entwicklung ignoriere, werde vom Markt verschwinden. Er rechne damit, dass sich bei der nächsten IFFA bereits jeder zweite Aussteller mit pflanzlichen Proteinen beschäftigt. Rügenwalder hatte als einer der ersten Anbieter konsequent auf Fleischalternativen umgestellt und macht inzwischen damit mehr Umsatz als mit den herkömmlichen Produkten. dpa/fre