Studie zum Energieverbrauch Windkraft: Strom für 40.000 Haushalte verloren gegangen

Aufgrund von fehlenden Stromleitungen und einer drohenden Netzüberlastung gingen 2010 bis zu 150 Millionen Kilowattstunden Strom aus Windenergie verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

Immer mehr Windparks in Deutschland müssen offenbar zwangsabgeschaltet werden. 2010 hätten von dem nicht eingespeisten Strom 40.000 Haushalte für ein ganzes Jahr versorgt werden können. Dies geht aus einer vom Bundesverband Windenergie in Auftrag gegebenen Untersuchung hervor.

Im vergangenen Jahr mussten Windparks an 107 Tagen insgesamt 1085 Mal zumindest kurzzeitig vom Netz gehen, um eine Überlastung der Systeme zu verhindern. Gegenüber 2009 entspricht dies einem Anstieg um fast 70 Prozent. Eine Tendenz, die sich bis Ende dieses Jahres fortsetzen soll.

Ein Passus im Energiewirtschaftsgesetz erlaubt die Abschaltung von Windparks, wenn wegen zu viel Strom das Netz kollabieren könnt.

Der nicht eingespeiste Strom muss im Rahmen der zu zahlenden Ökostromumlage dennoch von den Verbrauchern bezahlt werden. Laut Studie waren dies 2010 rund elf Millionen Euro für nichtgenutzte Energie.

Leistung von 20 Atomkraftwerken

Kritiker fordern deshalb von der Bundesregierung einen raschen Ausbau der Verteilnetze. Bei einer optimalen Auslastung könnten Windräder in Deutschland derzeit eine Gesamtleistung von 27.000 Megawatt generieren und den Strom von rund 20 Atomkraftwerken erzeugen.

Positive Signale kommen allerdings von der Bundesnetzagentur. Diese hat nun festgelegt, dass der Bau tausender Kilometer an neuen Netzen durch gute Renditebedingungen rascher forciert werden soll. Für Neuinvestitionen wurde für die nächsten fünf Jahre ein Eigenkapitalzins von 9,05 Prozent festgelegt. Das aber bedeutet auch für die Verbraucher, die die Netzentgelte über den Strompreis zu zahlen haben, höhere Stromkosten. Der Verband neuer Energieanbieter rechnet mit Mehrkosten von 650 Millionen pro Jahr.