Erfolgreiche Integration Wie ein junger Tadschike in Deutschland seinen Traumberuf fand

Vor sieben Jahren kam Shahrom Boboev mit seiner Familie aus Tadschikistan nach Deutschland. Für viele Berufe fehlten ihm die notwendigen Deutschkenntnisse, die Suche nach einer Lehrstelle gestaltete sich schwierig. Über eine Empfehlung kam er dann zur Fleischerei Schäfermeier nach Lippstadt.

Im Fleischerhandwerk fand der aus Tadschikistan stammende Shahrom Boboev seinen Traumberuf. - © Handwerkskammer Dortmund

Fehlende Sprachkenntnisse sind für viele ausgewanderte oder geflüchtete Menschen ein Problem bei der beruflichen Integration. 2018 bekam Shahrom Boboev die Chance, bei der Fleischerei Schäfermeier eine dreijährige Ausbildung zum Fleischergesellen zu absolvieren. Von Anfang an fühlte sich Boboev in dem Familienunternehmen wohl. "Ich habe sehr viele nette Kolleginnen und Kollegen, sie kommen aus den verschiedensten Ländern", sagt er.

Die praktische Prüfung verlief für Boboev ohne Probleme. Aufgrund der sprachlichen Hürden musste er die schriftliche Prüfung wiederholen. "Aber das ist alles kein Beinbruch. Jetzt ist er mit der Lehre fertig und bei uns als hauptberuflicher Fleischer in Vollzeit angestellt. Und er hat sogar seinen Führerschein gemacht. Passt alles prima", sagt Waldemar Schneider, Personalleiter der Fleischerei Josef Schäfermeier gegenüber der Handwerkskammer Dortmund.

Schneider kennt mittlerweile fast die komplette Familie seines Kollegen. Boboevs Schwester habe eine Ausbildung im medizinischen Bereich absolviert und hin und wieder beim Übersetzen geholfen. Auch der Vater habe schnell eine Arbeit in Deutschland gefunden.

"Ich mag die Vielfalt in meinem Beruf"

Als Fleischergeselle ist Boboev im Moment hauptsächlich für die Kommissionierung verantwortlich. Wenn er gegen 7.30 Uhr seinen Arbeitstag beginnt, geht er als erstes ins Kühlhaus, um die in den frühen Morgenstunden produzierten Wurst- und Fleischwaren zu sortieren, zu verräumen und für den Transport in die Filialen vorzubereiten."Hier muss ich beispielsweise bei Sonderaktionen und Angeboten in den verschiedenen Geschäftsstellen weit im Voraus denken", sagt Boboev. Fürs Tagesgeschäft geht er die Bestellungen am Computer durch, druckt Lieferscheine, holt die verschiedenen Frischeprodukte aus einem der vielen Kühlräume, der Wurstproduktion, aus der Räucherei, dem Zerlegungs- oder dem Pökelraum. In großen beschrifteten Plastikkisten wird die Ware für die Geschäftsstellen bereitgestellt und immer wieder sorgfältig überprüft.

"Was mir besonders an meinem Beruf gefällt, ist die Vielfalt der Tätigkeiten. Mal bin ich hier, mal in einem anderen Teil der Produktion. Das ist sehr interessant", erklärt der Fleischergeselle. Von der Zerlegung von Fleisch bis zur Herstellung von Spezialitäten: Während seiner Ausbildung hat der junge Mann alle Bereiche der Fleisch- und Wurstproduktion des Lippstädter Firmenstandorts durchlaufen. "Mir wird nie langweilig und trage jetzt schon eine Menge Verantwortung. Ich muss immer mitdenken. Das macht mir großen Spaß", resümiert Shahrom Boboev. gsa