Arbeitsrecht Wer haftet, wenn das Firmenhandy im Urlaub Schaden nimmt?

Manche Arbeitnehmer nutzen ihr Firmenhandy auch privat. Wer haftet jedoch, wenn es im Privaturlaub beschädigt wird? Ein Rechtsexperte erklärt, wer für den Schaden aufkommen muss.

Wenn das Firmenhandy im Urlaub baden geht, stellt sich schnell die Frage, wer denn für den Schaden haftet – Arbeitgeber oder Arbeitnehmer? Die Antwort: Es kommt darauf an. - © ulisse - stock.adobe.com

Der Arbeitgeber stellt ein Handy zur Verfügung – im privaten Urlaub fällt es ins Wasser und geht kaputt. Wer haftet? Und hätte ich es überhaupt mitnehmen dürfen? "Das kommt darauf an", sagt Arbeitsrechtler Jürgen Markowski.

Firmenhandy kaputt: Wer haftet?

Wenn der Arbeitgeber das Handy ausschließlich zur dienstlichen Nutzung überlassen habe, "dann hat es im Urlaub überhaupt nichts verloren". Wenn dann etwas passiert, hafte der Arbeitnehmer auf jeden Fall. Es gilt aber eine Ausnahme: Nämlich dann, wenn ein Arbeitnehmer in Rufbereitschaft zur Verfügung stehen muss, wie der Fachanwalt erklärt.

Anders sieht es aus, wenn ich das Handy ausdrücklich privat nutzen darf. "Dann darf ich es auch mit in den Urlaub nehmen", sagt Markowski. Bei Verlust oder Beschädigung hafte in der Regel der Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer muss nur für den Schaden aufkommen, wenn er aus Vorsatz oder grob fahrlässig gehandelt hat – also etwa das Handy offen im Auto hat liegen lassen. Bei mittlerer Fahrlässigkeit müsse man verhandeln.

Daten müssen auch im Fall eines Verlusts geschützt sein

Allerdings gehe der Schaden bei Verlust des Handys oft über den reinen Verlust hinaus. "Auf dem Diensthandy befinden sich häufig sensible, dienstliche Daten", sagt Markowski. Diese sollten nicht in die falschen Hände geraten.

Der Fachanwalt rät daher dringend dazu, das Handy und darauf hinterlegte Konten mit einem Passwort zu schützen. Letztendlich müsse klar sein, sagt Markowski: "Es ist ein Arbeitsgerät, das mir zur Verfügung gestellt wird. Da muss ich mir immer bewusst sein, dass jeder Schaden daran auch für mich einen Schadenersatz nach sich ziehen kann." dpa

  • Bild 1 von 13
    © EmLion - stock.adobe.com
    In den Top 20 der in Deutschland am häufigsten verwendeten Passwörter landet "1q2w3e4r" auf Platz 19. Auf den ersten Blick ganz passabel. Auf den zweiten Blick wird jedoch klar: die Nutzer haben schlicht die Zahlenfolge 1234 eingegeben, unterbrochen durch den jeweils unter der Ziffer liegenden Buchstaben.
  • Bild 2 von 13
    © Lucky Dragon - stock.adobe.com
    Noch häufiger verwenden die Deutschen jedoch simple Zahlenfolgen, nicht selten sogar bestehend aus ein und derselben Ziffer. Den besten Beweis liefert das Ranking: Platz 20: 222222 Platz 9: 000000 Platz 8: 123123 Platz 6: 111111
  • Bild 3 von 13
    © vchalup - stock.adobe.com
    Kommen wir zum anangefochtenen Liebling der Deutschen. Das am häufigsten genutzte Passwort lautet wie auch schon in den Vorjahren "123456". Auf den hinteren Rängen tummeln sich diverese Varianten wie "123456789" (Platz 2), 12345678 (Platz 3), 1234567 (Platz 4) und 1234567890 (Platz 7). Wie es besser geht? Unter dem nächsten Bild gibt das Hasso-Plattner-Institut einige Tipps.
  • Bild 4 von 13
    © adam121 - stock.adobe.com
    Die Kombination aus Buchstaben und Ziffern wird von Sicherheitsexperten empfohlen. Etwas einfallsreicher als "abc123" sollte das Passwort aber doch sein. Platz 10 im Ranking.
  • Bild 5 von 13
    © Mohsen - stock.adobe.com
    Drachen als Hüter des eigenen Datenschatzes? Keine gute Idee. Das Passwort "dragon" ist ein Flop - und landet auf Platz 11 der am häufigsten verwendeten Passwörter.
  • Bild 6 von 13
    © sewcream - stock.adobe.com
    Kein Begriff, nein, ein ganzer Satz findet sich auf Platz 12 der schlechtesten Passwörter wieder. Leider ist es ein sehr geläufiger Satz, was ihn aus Sicherheitsaspekten nicht sehr empfehlenswert macht: "iloveyou" - eine schöne Liebesbekundung, jedoch ein mieses Passwort.
  • Bild 7 von 13
    © Eric Isselée - stock.adobe.com
    In den Top 20 der dümmsten Passwörter geht es affig weiter. Und erneut ist es ein englischsprachiger Begriff, der es sich in der deutschen Hitliste bequem macht: "monkey", zu Deutsch: "Affe" landet auf Rang 14. Liegt es daran, dass das At-Zeichen (@) umgangssprachlich auch "Klammeraffe" genannt wird? Wir wissen es nicht.
  • Bild 8 von 13
    © pathdoc - stock.adobe.com
    Die Aufforderung "Bitte Passwort eingeben" scheinen viele Deutsche falsch verstanden zu haben. Denn "password" ist eines der am häufigsten verwendeten Kennwörter Deutschlands. Auf Platz 13 landet "password1", auf Rang 5 "password".
  • Bild 9 von 13
    © nesta9 - stock.adobe.com
    "qwertz" - immerhin ein Wort, das sich nicht im Duden findet. In der Hitliste der schlechtesten Passwörter landet es dennoch auf den vorderen Rängen. In den Top 20 ist es genau genommen gleich zweimal vertreten. Auf Platz 18 (qwertz) und auf Platz 15 (qwertz123). Das Geheimnis hinter dem seltsamen Begriff ist schnell gelüftet. Wirft man einen Blick auf die Tastatur, sieht man, dass dort die ersten sechs Buchstaben links oben von links nach rechts gelesen Q, W, E, R, T und Z lauten.
  • Bild 10 von 13
    © BillionPhotos.com - stock.adobe.com
    Offensichtlich sind englischsprachige Passwörter allgemein recht verbreitet im deutschen Raum. Auf Platz 16 der in Deutschland am häufigsten genutzten Passwörter landet "target123". Zu Deutsch: "Ziel123". Auch wenn das Passwort sowohl Buchstaben als auch Ziffern beinhaltet: es verfehlt sein eigentliches Ziel.
  • Bild 11 von 13
    © BillionPhotos.com - stock.adobe.com
    Klingeling. Auf Platz 17 der schlechtesten Passwörter landet das englische Wort "tinkle". Zu Deutsch: klimpern, klingeln, bimmeln - umgangssprachlich kann "tinkle" auch mit "pinkeln" übersetzt werden. Wie auch immer: Die Datensicherheit dürfte mit diesem Passwort uriniert - äh - ruiniert sein.
  • Bild 12 von 13
    © pathdoc - stock.adobe.com
    Bei der Passwortwahl empfiehlt das Hasso-Plattner-Institut:
    • Lange Passwörter (> 15 Zeichen)
    • Alle Zeichenklassen verwenden (Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen)
    • Keine Wörter aus dem Wörterbuch
    • Keine Wiederverwendung von gleichen oder ähnlichen Passwörtern bei unterschiedlichen Diensten
    • Verwendung von Passwortmanagern
    • Passwortwechsel bei Sicherheitsvorfällen und bei Passwörtern, die die obigen Regeln nicht erfüllen
    • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wenn möglich
  • Bild 13 von 13
    © Maxim Grebeshkov - stock.adobe.com
    Allen Warnungen zum Trotz: viele Deutsche verwenden noch immer miserable Passwörter. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat jetzt eine Hitliste mit den meistgenutzten - und damit auch unsichersten - Passwörtern veröffentlicht.

    Die Daten stammen aus dem HPI Identity Leak Checker, dem Online-Sicherheitscheck des HPI. Datengrundlage waren 67 Millionen Zugangsdaten, die auf E-Mail-Adressen mit .de-Domäne registriert sind und 2019 geleakt, also veröffentlicht wurden.