Altmaier sprach mit Wirtschaftsverbänden Was das Handwerk braucht, um aus der Krise zu kommen

Altmaier verspricht, der Bund werde für eine ausreichende Versorgung mit Schutzmasken sorgen. Der ZDH fordert darüber hinaus Nachbesserungen, etwa beim Thema Kurzarbeit. Zudem wünschen sich viele Unternehmen eine klare Perspektive, was das Hochfahren der Wirtschaft betrifft.

Karin Birk

Gelinge die Eindämmung der Pandemie, könne die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr ein beachtliches Wachstum von etwa fünf Prozent erreichen, sagte Altmaier im Gespräch mit Wirtschaftsverbänden. - © ag visuell - stock.adobe.com

Für die schrittweise Belebung des Wirtschaftslebens wünschen sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks und andere Spitzenverbände mehr Planungssicherheit. "Für ein erfolgreiches Wiederhochfahren brauchen wir einen breit angelegten Masterplan, der Orientierung schafft und Betrieben und Menschen Perspektiven und Handlungsoptionen bietet", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer nach einem Gespräch der Verbände mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Bundesweit einheitliche Regelungen gefordert

Neben einem schrittweisen Vorgehen sind nach den Worten Wollseifers vor allem bundesweit einheitliche und transparente Regelungen notwendig. Es dürfe keine Benachteiligung bestimmter Unternehmensgrößen, Regionen oder Branchen geben. Ein wirksamer Arbeitsschutz und das Wiederhochfahren der Wirtschaft könnten unter einen Hut gebracht werden, wenn es auch Engpässe bei den Schutzausrüstungen geben, versicherte Industriepräsident Dieter Kempf.

Altmaier verspricht weitere Hilfestellung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte unterdessen, dass man bei allen Maßnahmen zur Wiederbelebung wirtschaftlicher Aktivitäten darauf achten müsse, keine Rückschläge zu erleiden. Gelinge die Eindämmung der Pandemie, könne die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr wieder Tritt fassen und ein beachtliches Wachstum in der Größenordnung von etwa fünf Prozent erreichen, fügte er hinzu. Damit dies gelinge, wolle die Bundesregierung auch künftig die Wirtschaft in der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Krise unterstützen. "Wir werden die Fehler und die Unzulänglichkeiten, die es an der einen oder anderen Stelle gibt, auch weiterhin korrigieren", sagte er. Erst jüngst habe man für neue KfW-Kredite gesorgt. Auch soll es weitere Erleichterungen bei den Steuern geben.

Handwerk fordert nicht nur Nachbesserungen beim Kurzarbeitergeld

Nach Ansicht Wollseifers muss vor allem vor allem beim Kurzarbeitergeld nachjustiert werden. Hier sollten auch Auszubildende und Minijobber einbezogen werden. Nötig seien auch weitergehende Unterstützungsmaßnahmen für die stark gebeutelten Bildungseinrichtungen, mahnte er. Darüber hinaus brauchten die Unternehmen mehr Klarheit bei der Arbeitsfähigkeit von Behörden und Ämtern wie etwa Zulassungsstellen und Baubehörden.Auch müssten die Bund-Länder Beschlüsse weiter konkretisiert werden. Dies gelte etwa für die Vorgaben zu Mund- und Nasenschutz.

Künftig sollen mehr Masken im Inland produziert werden

Altmaier machte unterdessen klar, dass der Bund für eine ausreichende Versorgung mit Schutzmasken sorgen wird. Die betreffenden Ministerien hätten entsprechende Stäbe eingerichtet. "Wir möchten, dass alle imstande sind, ihre Aktivitäten wieder hochzufahren", sagte er. Man wolle deshalb eine substanzielle Produktion von Schutzausrüstung im Inland aufbauen. Bereits ab diesem Sommer sollten zu jedem Zeitpunkt genügend Alltagsmasken und medizinische Masken zur Verfügung stehen.

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