Deutschland -

Kfw-Kredite Jetzt startet das Schnellkredit-Programm

Von der Corona-Krise betroffene Betriebe können seit 15. April einfacher an Kredite kommen. Bürokratische Prozesse werden vereinfacht und die staatliche Kfw übernimmt das Haftungsrisiko teils zu 100 Prozent. Die Details zum Schnellkredit-Programm im Überblick.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Zur Vermeidung einer Pleitewelle im Mittelstand hat die Bundesregierung ihre Corona-Hilfen ausgeweitet. "Diese Schnellkredite sollen dafür sorgen, dass diese Unternehmen der mittleren Größenordnung schnell Liquidität haben, ohne dass wir als Steuerzahler gewissermaßen zu viel Geld verlieren", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts. So sollen Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern schneller an Darlehen kommen, in dem die staatseigene KfW-Bankengruppe zu hundert Prozent das Haftungsrisiko übernimmt. Das Programm ist seit dem 15. April am Start. 

Hausbank braucht keine Sicherheiten mehr

Wie es in den Eckpunkten zum "KfW-Schnellkredit 2020" weiter heißt, garantiert die Hausbank im Gegenzug zur Haftungsfreistellung "den Verzicht auf jede Form und jeden Umfang von Besicherung". Auch auf eine eigene Risikoprüfung kann sie verzichten. Die KfW-Schnellkredite sollen allein anhand vergangenheitsbezogener Daten und ohne Zukunftsprognose vergeben werden können. Hausbanken müssen nur noch Mitarbeiterzahl und Umsatz checken und prüfen, ob ein Unternehmen 2019 oder im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre einen Gewinn gemacht hat. Das soll reichen, dass auch die KfW ohne Kreditrisikoprüfung das Darlehen schnell ausreicht. Wie die KfW mitteilt, hat die staatseigene Förderbank den Banken und Sparkassen mittlerweile eine Generalzusage gegeben, so dass sie in Vorleistung gehen und die Kredite gleich auszahlen können. Das Geld soll ihnen dann ab dem 22. April von der KfW überwiesen werden.

Schnellkredit bis zu drei Monatsumsätze

Das Kreditvolumen pro Unternehmen liegt dann bei bis zu drei Monatsumsätzen des Jahres 2019 beziehungsweise bei maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit 11 bis 49 Mitarbeitern. Für Unternehmen mit mehr Mitarbeitern liegt die maximale Kreditsumme bei 800.000 Euro. Voraussetzung ist aber, dass das Unternehmen "geordnete wirtschaftliche Verhältnisse zum 31. Dezember 2019 aufgewiesen" hat, dies auch versichert und seit Anfang 2019 am Markt ist sowie im Jahr 2019 einen Gewinn ausgewiesen hat. Der Zins für den Schnell-Kredit liegt laut Eckpunktepapier bei 3 Prozent. Die Laufzeit bei maximal zehn Jahren, wobei zwei Jahre tilgungsfrei sind.

Umschuldung in einen anderen KfW-Kredit möglich

Wie Scholz betonte, ist der Schnell-Kredit nicht dazu da, die anderen schon getroffenen Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung zu ersetzen. Vielmehr gehe es darum, denjenigen, bei denen die bisherige Kreditprüfung zu lange dauert und bei denen die genannten Voraussetzungen erfüllt sind, schnell einen Kredit zu verschaffen. Altmaier wies darauf hin, dass nach einigen Monaten auch eine Umschuldung zu den bestehenden KfW-Sonderkrediten zu günstigeren Konditionen möglich ist. Dabei würden dann auch keine Vorfälligkeitszinsen berechnet. Gedacht sei der Schnellkredit etwa für Betriebsmittel. Er sei aber nicht dafür vorgesehen, bestehende Kredite umzuschulden. Wie es in den Eckpunkten weiter heißt, kann der Schnellkredit nicht mit andren KfW-Krediten gleichzeitig beantragt werden und auch nicht mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds kombiniert werden.

ZDH-Präsident sieht im Schnell-Kredit wichtigen Baustein zur Krisenbewältigung

Das Handwerk begrüßt den KfW-Schnellkredit ausdrücklich. "Das nun vorgesehene befristete Kreditprogramm mit einer hundertprozentigen Staatsgarantie für unternehmen ab 10 Beschäftigten ist ein ganz entscheidender und wichtiger Baustein zur Krisenbewältigung und schließt substanziell die bisherige Mittelstandslücke bei den Corona Hilfen", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Durch die nun bestehende hundertprozentige Staatsgarantie könnten die so dringend benötigten Liquiditätsmittel ohne aufwändige Kredit- und Risikoprüfung seitens der Hausbanken ausgereicht werden, fügte er hinzu.

Auch KfW-Sonderkreditprogramm künftig ohne Zukunftsprognose

Bisher übernimmt die KfW beim Sonderkreditprogramm bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos. Das hat dazu geführt, dass die Hausbank dafür nicht nur entsprechende Sicherheiten verlangt hat, sondern auch die übliche Risikoprüfung einschließlich bisherigen Geschäftszahlen und möglicher Geschäftsentwicklungen einforderte. Wie es eine Zusatzerklärung der Eckpunkte des KfW-Sonderprogramms jetzt heißt, soll das bisherige KfW-Sonderprogramm jetzt nicht nur von fünf auf sechs Jahre verlängert werden. Auch hier soll die so genannte Fortführungsprognose gestrichen werden und nur auf die ordentlichen wirtschaftlichen Verhältnisse zum Stichtag 31. Dezember 2019 abgestellt werden.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten