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Steuertipp Warum die Hochzeit im Dezember steuerlich clever ist

Wer in naher Zukunft heiraten möchte, sollte ernsthaft darüber nachdenken, die standesamtliche Hochzeit noch im Dezember 2017 zu vollziehen. Der Grund: Unter bestimmten Voraussetzungen spült dies eine enorme Summe an Steuererstattungen in die Haushaltskasse. Diese können wiederum für die anschließende kirchliche Hochzeitsfeier eingeplant werden kann.

Planen Sie für Januar die Hochzeit mit Ihrem Partner? Dann sollten Sie darüber nachdenken, sich zumindest standesamtlich noch bis zum 31. Dezember 2017 das Ja-Wort zu geben.

Zusammenveranlagung macht Heirat im Jahr 2017 so interessant

Zugegeben. Den Zeitpunkt für das standesamtliche Ja-Wort von Januar auf Ende Dezember vorzuverlegen, scheint nicht wirklich romantisch. Doch angesichts der zu erwartenden Steuererstattungen sollten Sie unbedingt darüber nachdenken. Die Steuererstattung winkt aufgrund der günstigen Ehegattenbesteuerung, dem so genannten Splittingtarif im Rahmen der Zusammenveranlagung.

Die in der Steuererklärung 2017 mögliche Zusammenveranlagung entfaltet ihren größten Steuervorteil, wenn ein Ehegatte entweder Alleinverdiener ist oder wenigstens rund 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens bezieht. Verdienen beide Ehegatten in etwa gleich viel, bringt die Zusammenveranlagung praktisch keinerlei Steuervorteile.

Beispiel: Sie planen im Januar 2018 die Hochzeit mit Ihrer Liebsten. Sie sind Alleinverdiener mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro. Ihre künftige Ehefrau arbeitete 2017 nicht und hatte auch sonst keine Einnahmen. Variante a: Es bleibt dabei – Sie heiraten erst im Januar 2018. Variante b: Sie ziehen die standesamtlich Hochzeit vor und heiraten am 29. Dezember 2017.

Folge: Je nach Zeitpunkt der Hochzeit ergibt sich für das Steuerjahr 2017 folgende steuerliche Belastung:

  • Variante a: Heiraten Sie erst im Januar 2018, werden Sie 2017 noch als Lediger nach der Grundtabelle besteuert. Bei Ihrem zu versteuernden Einkommen macht das eine Steuerbelastung ohne Kirchensteuer von 17.644 Euro.
  • Variante b: Ziehen Sie die standesamtliche Trauung vor und heiraten noch 2017, winkt bei Abgabe einer Steuererklärung 2017 bei Beantragung der Zusammenveranlagung eine Steuerbelastung von 11.434 Euro. Das bedeutet eine Steuererstattung im Vergleich zu Variante a in Höhe von satten 6.210 Euro. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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