Stromkosten senken Wann sich der Austausch alter Haushaltsgeräte lohnt

Angesichts steigender Strompreise helfen moderne Haushaltsgeräte, den Energieverbrauch zu senken. In vielen deutschen Haushalten stehen allerdings immer noch alte Modelle. Für welche Geräte sich der Austausch lohnt.

Bei Wäschetrocknern lohnt sich die Anschaffung eines neuen Geräts besonders. 69 Prozent Strom können hier im Vergleich zum alten Modell gespart werden. - © TopTarif

Der Stromverbrauch großer Haushaltsgeräte macht ungefähr ein Drittel der jährlichen Stromrechnung aus. Um diese zu senken, kann sich der Austausch einiger alter Haushaltsgeräte rentieren. Welche besser durch ein neues Modell ersetzt werden sollten, zeigt eine Studie des Vergleichsportals TopTarif.

Je älter das Gerät, desto höher die Stromkosten

Vor allem alte Modelle sind echte Energiefresser. Wie hoch der jährliche Verbrauch tatsächlich ist, erkennen Verbraucher am Energielabel. Dabei gilt: Die beste Klasse A+++ benötigt am wenigsten Strom. Eine Kühl-Gefrierkombination dieser Klasse verbraucht etwa 130 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr. Ein 15 Jahre altes Gerät verbraucht fast dreimal so viel: 360 kWh. Der Austausch senkt die Stromkosten demnach um 64 Prozent oder 65 Euro – jährlich. Schon nach fünf Jahren kompensieren sich die Anschaffungskosten allein durch die Einsparung beim Stromverbrauch (325 Euro). Die Differenz wird sogar noch größer, wenn die Strompreise weiter steigen.

Neuanschaffung rentiert sich nach zehn Jahren

Bis zu einem Drittel weniger Strom verbrauchen auch moderne Waschmaschinen. Hier liegt die Differenz bei 16 Euro pro Jahr. "Für kleine Haushalte lohnt sich daher eine Neuanschaffung allein aus Stromspargründen nicht. Für Familien, in denen die Waschmaschine mehrmals pro Woche oder sogar täglich läuft, schon eher", weiß TopTarif-Geschäftsführer Dr. Arnd Schröder. "Generell gilt: Je älter ein Gerät ist, umso weniger sollten Verbraucher in eine Reparatur investieren. Die Neuanschaffung rentiert sich in der Regel bei Elektrogeräten, die älter als zehn Jahre sind. Das trifft vor allem auf Geräte zu, die ständig und viele Jahre in Betrieb sind."

Noch etwas größer ist der Unterschied bei Wäschetrocknern: Ein Altgerät schluckt pro Jahr ungefähr 500 kWh, ein Neugerät rund 160 kWh. Das sind 69 Prozent oder rund 100 Euro weniger. "Noch sparsamer ist es allerdings, ganz auf den Wäschetrockner zu verzichten", rät Schröder. Bei Geschirrspülern bringt der Tausch nur sieben Euro Ersparnis pro Jahr. Wer alle vier Haushaltsgeräte umrüstet, reduziert seine jährliche Stromrechnung um rund 190 Euro .

Verhalten beeinflusst Stromverbrauch

Die Anschaffung neuer Haushaltsgeräte kann zwar den Stromverbrauch senken, das volle Einsparpotential wird aber oft erst durch das richtige und bewusste Verhalten erreicht. Beim Kauf eines effizienten Kühlschrankes sollte die Gerätegröße zur Haushaltsgröße passen. Denn ein leerer Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein volles Gerät. Die optimale Kühlschranktemperatur liegt bei sieben Grad Celsius. Jedes Grad weniger erhöht die Stromrechnung um etwa sechs Prozent. Auch regelmäßiges Abtauen des Eisfachs hilft, unnötige Stromkosten zu reduzieren. Wer es vermeidet, die Kühlschranktür ständig zu öffnen und zu schließen, kann den Stromzähler verlangsamen.

Waschen bei niedrigen Temperaturen spart Kosten

Auch beim Waschen können Verbraucher dauerhaft Strom sparen. Moderne Waschmittel wirken schon bei niedrigeren Temperaturen und Waschen bei 30 Grad benötigt weniger Strom als ein Waschgang mit 40 Grad. Je nach Maschine und Nutzung summiert sich die Ersparnis für einen Durchschnittshaushalt so auf etwa 24 Euro pro Jahr. Darüber hinaus sind langes Schleudern und ein Wäschetrockner oft überflüssig. Die nasse Wäsche kann direkt auf die Leine oder den Wäscheständer gehängt werden. Das spart rund einen Euro pro Ladung.

Effiziente Spülmaschinen benötigen weniger Wasser und Strom als das Spülen von Hand. Auch das Vorspülen ist unnötig. Sparprogramme verbessern zudem die Energie- und Wasserbilanz. Am besten werden Spülmaschinen erst bei voller Beladung eingeschaltet.

Preisunterschiede auf dem Strommarkt nutzen

Ein Austausch rentiert sich auch beim Stromtarif. Denn der Wettbewerb auf dem Strommarkt hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh zahlt aktuell 1.242 Euro im teuren Grundversorgungstarif. Beim günstigsten Anbieter werden pro Jahr nur 864 Euro fällig. Das entspricht einer jährlichen Entlastung von 378 Euro . dhz