Energetische Gebäudesanierung Wärmedämmung lohnt sich doch

Wärmedämmung rechnet sich doch. Das behauptet die Förderbank KfW und tritt damit dem Ergebnis einer vom Schweizer Prognos-Institut erstellten Studie entgegen. Die selbst von der KfW in Auftrag gegebene Studie sorgt derzeit für reichlich Gesprächsstoff. Nach Aussage der KfW war die Studie jedoch von falschen Voraussetzungen ausgegangen.

KfW-Bank und Prognos-Institut sind sich einig: Wärmedämmung rentiert sich langfristig. - © Foto: Jürgen Fälchle/fotolia

"Die Energiekostenersparnis finanziert die energieeffizienzbedingten Mehrausgaben einer Sanierung", teilt die Bankengruppe mit und verweist auf die Studie. Allerdings kam Prognos anfangs zu einem anderen Ergebnis. Die Energie-Experten sind in bei der ersten Studie zu dem Schluss gekommen, dass die Kosten für die Dämmung sich nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanzieren lassen. Doch nun sind sich die Bank und das Institut einig.

So rechnet die KfW vor:

  •  Für die energieeffiziente Sanierung bis 2050 werden rund 507 Milliarden Euro veranschlagt. Allgemeine Sanierungskosten von 270 Milliarden Euro fallen dabei an, da sie ohnehin  fällig würden. Somit seien weitere 237 Milliarden Euro notwendig, die für mehr Energieeffizienz ausgegeben  werden müssten.

  • Die prognostizierten Investitionen für energieeffiziente Neubauten von 331 Milliarden Euro fallen nicht ins Gewicht, da bei ihnen die vorgegebenen Energiesparstandards ohnehin einzuhalten seien.

 

Die Prognos-Studie habe zunächst nicht entsprechend klar zwischen Sanierung und Neubau differenziert. Auch Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher von Bündnis 90/Grüne, sieht das erste Ergebnis von Prognos kritisch. "Basis für die Berechnungen von Prognos ist ein mittlerer Heizkostenanstieg in 38 Jahren von weniger als 50 Prozent. Alleine in den letzten zehn Jahren haben sich die Heizölpreise in Deutschland um über 150 Prozent erhöht." Seiner Meinung nach hat Prognos die  Heizkostenpreise zu niedrig angesetzt.
 

Auch die Deutsche-Energie-Agentur (dena)  betont, dass sich die energetische Sanierung von Gebäuden wirtschaftlich rechne.  "Das zeigen hunderte Praxisbeispiele", erklärt der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, Stephan Kohler. In der Bilanz dürften nur die für Energieeffizienz relevanten Mehrkosten den Energieeinsparungen gegenübergestellt werden. "Gebäudeeigentümer sollten sich nicht durch irreführende Zahlenvergleiche beunruhigen lassen", so Kohler weiter.

Vorzeitige Amortisation

 Die Argumentation der Förderbank geht noch weiter: Mit Fördermitteln der Bankengruppe amortisiere sich die Sanierung in der Regel deutlich früher als ohne, "meist in weniger als 20 Jahren."

 Ziel der Studie sei es im Übrigen gewesen, die volkswirtschaftlichen Wirkungen der KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren zu berechnen: Die Maßnahmen unterstützten das jährliche Wirtschaftswachstum mit 0,4 Prozentpunkten und sicherten 200.000 bis 300.000 Arbeitsplätze  im Jahr vor allem im regionalen Handwerk. dhz/dpa