Stromversorgung Verbraucher schrecken bei Stromrechnung vor Vorkasse zurück

Mit rabattierten Angeboten die Verbraucher zur Vorauskasse bei der Stromlieferung locken - ein Modell, das der Pleite gegangene Stromkonzern Teldafax über Jahre verfolgte, wird von der Bevölkerung inzwischen offenbar abgelehnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa.

Große Skepsis der Verbraucher gegenüber Tarifmodellen der Stromanbieter. - © Eisenhans/Fotolia.com

Nur noch sechs Prozent der Deutschen sind bereit, bei Strom und Gas ein Modell mit Vorauskasse zu wählen. Eine überwältigende Mehrheit von 91 Prozent der 2.000 von Forsa Befragten gibt hingegen an, ein solches Geschäftsmodell gänzlich abzulehnen. Drei Prozent sind unentschlossen.

Vor allem im Osten Deutschlands ist die Skepsis groß gegenüber solchen Lockangeboten. In Leipzig, Halle und Dresden würden sich aktuell nur drei Prozent für ein Vorkasse-Modell entscheiden auch wenn die angebotenen Tarife unter denen der Wettbewerber liegen würden.

Fragwürdiges Modell

Die Befragung zeigt, welche Spuren die Teldafax-Pleite in der Bevölkerung hinterlassen hat. Das Unternehmen war zum Zeitpunkt seiner Insolvenz im vergangenen Sommer der erfolgreichste konzernunabhängige Anbieter auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt. Einen Großteil seiner Kunden gewann der Anbieter jedoch durch Billigangebote, die er nur gegen Vorkasse gewährte um seine Liquidität absichern zu können.

Ein Schneeballsystem, das Verbraucherschützer schon lange kritisieren und nun auch in der Bevölkerung in Verruf geraten ist. Viele ehemalige Teldafax-Kunden kämpfen immer noch um ihr verloren gegangenes Geld.

Auch das führende deutsche Vergleichsportal von Strom- und Gastarifen, Verivox, reagiert auf den Vertrauensverlust in die Vorkasse-Modelle. So müssen Verbraucher beim Preisvergleich nun explizit auswählen, dass auch Angebote mit Vorauszahlung angezeigt werden.

Forsa hatte im Auftrag des Energieversorgers Lekker zwischen Ende November und Mitte Dezember 2011 2.000 Personen aus den deutschen Großstädten befragt. sg