Aussetzung der Insolvenzantragsfrist endet Überschuldete Unternehmen müssen wieder Insolvenzantrag stellen

Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht endet. Seit 1. Mai 2021 müssen überschuldete Unternehmen wieder spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds einen Insolvenzantrag stellen.

Schild wegen Corona geschlossen am Zaun eines Betriebsgeländes
Seit Mai müssen wieder alle Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen, wenn sie überschuldet oder zahlungsunfähig sind. - © Danny - stock.adobe.com

Die Insolvenzantragspflicht war im März des vergangenen Jahres ausgesetzt worden (Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie). Mit dieser Maßnahme hatte die Bundesregierung kurzfristig Unternehmen Erleichterung verschafft, die durch die Corona-Pandemie unverschuldet in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind.

Seit Oktober 2020 mussten sich zahlungsunfähige Betriebe bereits wieder an die Antragspflicht halten. Ab Mai 2021 endet die Aussetzung nun auch für überschuldete Unternehmen.

Erneute Verlängerung gefordert

Die Union lehnt eine erneute Verlängerung der Maßnahme ab. Da die Pandemie Deutschland jedoch weiterhin im Griff hat, werden Rufe nach einer erneuten Verlängerung laut. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner fordert eine Verlängerung um zwei Monate. Viele Unternehmen in der Krise müssten nun Insolvenz anmelden, weil staatliche Hilfen noch nicht ausbezahlt worden seien. "Es stehen tausende Jobs auf der Kippe, an denen Familienexistenzen hängen. Hier werden Wirtschaftsstrukturen zerstört, die auf Dauer verloren sind", so Fechner in einem Statement.

Trotz allem geht die Wirtschaftsauskunftei Creditreform davon aus, dass es wahrscheinlich nicht zu einer Insolvenzwelle kommt. Grund sei, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen weiterlaufen. Insolvenzreife Unternehmen, die noch auf das Corona-Überbrückungsgeld warten, müssten jetzt aber wieder innerhalb der gesetzlichen Fristen einen Antrag beim Amtsgericht stellen. "Das Auslaufen des vermeintlichen Schutzes bedeutet eine Rückkehr zu regulären Wettbewerbsbedingungen und marktwirtschaftlicher Transparenz", sagt Patrick-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform.

Inzwischen haben Unternehmer durch die Reform des Insolvenzrechts ein neues Instrument an die Hand bekommen, um eine Krise zu bewältigen. Mehr Informationen zum neuen Restrukturierungsverfahren. dan