Das Handwerk zeigt auf der Messe "Heim+Handwerk", was sie alles für die Energiewende leisten kann. Doch die Politik zieht nicht mit. Der übereilte Ausstieg aus der Atomenergie sei ein Fehler gewesen, das Nichtentscheiden der Politik bei der energetischen Gebäudesanierung ein Trauerspiel.
Zum Start der Münchner Messe "Heim+Handwerk" (30.11. bis 4.12.) zeigt sich das Handwerk als robuster Wachstumsmotor, fordert aber von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen. Ein Schwerpunkt ist hierbei die Energiewende. Heinrich Traublinger, Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) und Handwerkspräsident in Bayern, warnte die Politik, nicht den kleineren Betrieben die Kosten für die Energiewende aufzubürden. "Großunternehmen werden von den Kosten der Energiewende nach der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes massiv entlastet; auch bei den Netzentgelten werden Großverbrauchern Erleichterungen gewährt", so Traublinger. Aber auch das Handwerk sei auf "eine sichere, preisgünstige und nachhaltige Energieversorgung" während der Energiewende angewiesen. Traublinger: "Die Energiewende wird ohnehin teuer genug!" Der "übereilte Ausstieg aus der Kernenergie", wie er jetzt vorgenommen wurde, sei ein Fehler gewesen.
Gebäudesanierung hängt
In der Hängepartie um die Steuerförderung der energetischen Gebäudesanierung spricht der ZDH-Vize von einem "Trauerspiel". Am Dienstagabend hatte sich der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat nicht auf ein entsprechendes Gesetz einigen können. Es war geplant, dass jährlich zehn Prozent der Kosten in der energetischen Gebäudesanierung steuerlich abgesetzt werden können. "Dieses gesetzliche Vorhaben bewerten wir im Handwerk als zentralen Baustein der Energiewende, weil damit die Sanierungsquote auf zwei Prozent jährlich verdoppelt werden kann", sagte Traublinger. Die Bundesländer, die das Vorhaben bislang blockieren, müssten sich endlich bewegen.
Dem Handwerk kommt in der Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Traublinger: "Wir Handwerker fungieren hierbei als unverzichtbarer Berater und Problemlöser sowie als Ideengeber und Wegbereiter des technischen Fortschritts.
IHM pusht Energiewende
Auf der "Heim+Handwerk" werden in diesem Jahr viele Lösungen der energetischen Gebäudesanierung präsentiert. Sie gilt wie auch das Handwerksflaggschiff, die Internationale Handwerksmesse (IHM), als Schaufenster der Handwerksbetriebe. Die IHM (14.3. bis 20.3.) hat ebenfalls die Energiewende im Fokus: "Die Energiewende kommt - aber nur mit dem Handwerk" lautet das Messemotto. dhz
