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Steuertipp Tipps für die Gewinnermittlung 2018: GWG "kreieren" (Teil 2)

Erfahren Sie in Teil 2 unserer Miniserie zu Gestaltungsüberlegungen in der Gewinnermittlung 2018, wie Sie durch den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG in 2018 den sofortigen Betriebsausgabenabzug für Investitionen in den Jahren 2019 bis 2021 kreieren können.

Ausgangsbeispiel: Sie haben für den geplanten Kauf von 20 Bürostühlen mit jeweiligen Nettoanschaffungskosten von 1.200 Euro einen Investitionsabzugsbetrag von 9.600 Euro vom Gewinn 2018 abgezogen (20 Stühle x 1.200 Euro = 24.000 Euro x 40 Prozent). Im Jahr 2019 erfolgt dann die tatsächliche Investition in Höhe von netto 24.000 Euro.

Behandlung des Investitionsabzugsbetrags im Investitionsjahr

Wird tatsächlich investiert, müssen Sie den Investitionsabzugsbetrag gewinnerhöhend auflösen. Im Gegenzug haben Sie folgendes Wahlrecht:

  • Alternative 1: Sie mindern die Anschaffungskosten der gekauften Anlagegegenstände um den Investitionsabzugsbetrag. Das führt dazu, dass der Investitionsabzugsbetrag wieder gewinnmindernd abgezogen wird und dass für die Wirtschaftsgüter eine geringere Abschreibung geltend gemacht werden darf.
  • Alternative 2: Sie mindern die Anschaffungskosten der gekauften Gegenstände nicht. Steuerlich ergeben sich dadurch keine weiteren Auswirkungen.

Praxis-Tipp: Wir zeigen Ihnen zunächst die Folgen aus Variante 1, weil hier der eigentliche Clou zur steuerlichen Gestaltung liegt. Sie können durch die Minderung der Anschaffungskosten erreichen, dass es sich bei dem gekauften Gegenstand auf einmal um ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) handelt, dessen Anschaffungskosten Sie in voller Höhe im Investitionsjahr als Betriebsausgaben verbuchen können.

Fortführung des Ausgangsbeispiels: Die Investition der 20 Bürostühle erfolgt im Jahr 2019. Sie möchten die Anschaffungskosten der Stühle um den Investitionsabzugsbetrag mindern. Auf die Gewinnermittlung 2019 hat das steuerlich folgende Auswirkungen:

  1. Schritt 1: Der Gewinn 2019 erhöht sich um den 2018 abgezogenen Investitionsabzugsbetrag um 9.600 Euro.
  2. Schritt 2: Der Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 9.600 Euro ist wieder vom Gewinn 2019 abzuziehen, wenn Sie sich für die Reduzierung der Anschaffungskosten entscheiden.
  3. Schritt 3: Die Anschaffungskosten für die Stühle betragen nun nicht mehr 24.000 Euro, sondern nur noch 14.400 Euro (24.000 Euro abzüglich 9.600 Euro).
  4. Schritt 4: Da nun jeder einzelne Stuhl nur noch Anschaffungskosten von 720 Euro hat, handelt es sich bei den Stühlen auf einmal um geringwertige Wirtschaftsgüter, weil die Nettoanschaffungskosten nicht mehr als 800 Euro betragen.
  5. Schritt 5: Statt Abschreibung der Anschaffungskosten auf 13 Jahre, winkt im Jahr 2019 der sofortige Betriebsausgabenabzug.
 

Fazit: Damit für geplante Investitionen in den nächsten Jahren der sofortige Betriebsausgabenabzug gesichert wird, müssen Sie sich intensiv mit den Themen Investitionsabzugsbetrag und geringwertige Wirtschaftsgüter beschäftigen und diese kombinieren. Haben Sie einen Steuerberater, nutzen Sie dieses Gestaltungswissen für ein besonders effektives Gespräch mit Ihrem Steuerberater zur Gewinnermittlung 2018.

Lesen Sie hier Teil 1 der Serie: Geringwertige Wirtschaftsgüter "kreieren"

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