Strompreisentwicklung in Deutschland Strompreise: Anstieg trotz gesteigerten Wettbewerbs

Die Strompreise in Deutschland steigen trotz der Wahl der Stromanbieter weiter an. Grund dafür ist nicht nur die gestiegene Ökostromumlage.

Die Strompreise haben sich seit Januar kontinuierlich erhöht. Als Gründe dafür nennt Verivox die Ökostromumlage, die Einkaufskosten für den Strom sowie die Netzunutzungskosten. - © Foto: SZ-Design/fotolia

Derzeit gibt es 643 Stromanbieter extern aktiv. Das sind Anbieter, die hierzulande in Regionen liefern, in denen sie nicht der Grundversorger sind. Insgesamt gibt es in Deutschland aber 1.091 Stromanbieter. Zu ihnen zählen sowohl die Grundversorger, externen Anbieter als auch die kleinen alternativen Stromanbieter.

Strompreise um drei Prozent erhöht

Im Durchschnitt haben Verbraucher an ihrem Wohnort mittlerweile die Wahl zwischen 146 verschiedenen Anbietern. Das teilt das unabhängige Verbraucherportal Verivox mit. Das Portal teilt weiter mit, dass trotz starken Wettbewerbs die Strompreise in der ersten Jahreshälfte gestiegen sind. So haben knapp 500 Anbieter zwischen Januar und Juni 2014 ihre Preise um durchschnittlich mehr als drei Prozent angehoben. Während der Großteil der Preiserhöhungen zum 1. Januar vorgenommen wurde, haben noch mehr als 100 Versorger in den Monaten Februar bis Juni nachgezogen.

Laut Verivox-Verbraucherindex kostet im Juli eine Kilowattstunde 28,49 Cent. Für eine drei- bis vierköpfige Familie mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht dies jährlichen Kosten von 1.140 Euro. Das sind noch einmal sieben Euro mehr als im Januar.

Ökostromumlage und Netznutzungskosten

Begründet werden die Preiserhöhungen von Verivox zum mit der gestiegenen Ökostromumlage sowie mit den Netznutzungskosten, die sich in den verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich entwickelt haben. Darüber hinaus spielen laut Verivox auch die Strom-Einkaufskosten für die Preiserhöhungen eine Rolle. "Die Preiserhöhungen werden in erster Linie durch staatlich regulierte Kostenbestandteile wie die gestiegene Ökostromumlage und die Kosten für die Netznutzung begründet", so Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox.

Wer trotzdem von günstigeren Preisen profitieren will, muss selbst aktiv werden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Durch die unterschiedliche Preispolitik der Versorger sind so jährliche Einsparungen von 300 bis 400 Euro möglich.

"Aktuell bieten zahlreiche Anbieter attraktive Sofortboni für Neukunden an, die spätestens 60 Tage nach Lieferbeginn ausgezahlt werden", so Lengerke. Neben dem Preis sollten Verbraucher jedoch auch stets auf faire Tarifbedingungen wie Preisgarantien und kurze Kündigungsfristen achten. Darüber hinaus geben Anbieterbewertungen von Kunden, die bereits gewechselt haben, wertvolle Hinweise auf die Kundenzufriedenheit. cle