EEG-Umlage soll auf 6,3 Cent steigen Preisanstieg: Nicht die Wind- und Solaranlagen sind schuld

Die Ökostrom-Umlage wird 2014 weiter steigen. Statt der jetzigen 5,277 Cent je Kilowattstunde werden 6,3 Cent erwartet. Doch nicht die neuen Windräder und Solaranlagen schlagen hier zu Buche, sondern der Einbruch der Börsenstrompreise.

Es ist immer ein Aufregerthema im Oktober: Die neue Ökostrom-Umlage. Sie wird 2014 weiter steigen. - © Foto: goldbany/Fotolia

Die Prognosen könnten sich noch ändern, denn der offizielle Termin, an dem der Anstieg der EEG-Umlage von den Netzbetreibern verkündet wird, ist der 15. Oktober. Doch schon jetzt steht fest, dass sie steigt und damit auch die Strompreise weiter in die Höhe treibt. Die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wird 2014 voraussichtlich auf rund 6,3 Cent je Kilowattstunde (kWh) steigen, lauten die Vorhersagen. Bisher werden 5,277 Cent je kWh fällig.

Paradoxer Effekt für Anstieg verantwortlich

War bisher immer davon die Rede, dass vor allem der starke Ausbau der Wind- und Solaranlagen durch die garantierte Einspeisevergütung des Ökostroms an die Anlagenbesitzer für die Kostenexplosion sorgt, so gelangen nun andere Einflussfaktoren in den Fokus. Die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem garantierten Vergütungssatz zahlen die Verbraucher per Umlage.

In diesem Jahr ist vorrangig ein paradoxer Effekt für den erneuten Anstieg verantwortlich. Nach Branchenschätzungen liegt rund die Hälfte des Anstiegs im Einbruch der Börsenstrompreise begründet: Gibt es für den Ökostrom aber im Verkauf immer weniger Geld wächst automatisch die Differenz zu den festen Vergütungssätzen. Und damit die Umlage.

Bisher betragen die Differenzkosten 20,3 Milliarden Euro pro Jahr. 2014 wird es mehr. Somit senkt der Zuwachs an Ökostrom und die weiter hohe Kohlestromproduktion zwar die Einkaufspreise für Strom – diese Ersparnisse werden aber kaum an die Verbraucher weitergegeben. Ihre Endkundenpreise steigen – auch durch eine automatisch mitsteigende Mehrwertsteuer und höhere Netzentgelte.

Bestandsschutz garantiert Förderung

Besonders der Ausbau im Solarbereich ist in diesem Jahr geringer als 2012. Der Bundesverband erneuerbarer Energien (BEE) rechnet mit 3.500 Megawatt (MW) an neuer Solarleistung, 2.800 MW Windkraft an Land und 220 MW Windkraft auf See. Dieser Zubau schlägt laut BEE bei der um rund einen Cent steigenden Umlage nur mit etwa 0,15 Cent zu Buche.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt angesichts der hohen Kosten eine rasche Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes an. Allerdings kann die Politik nichts mehr ändern an dem bisher angefallenen Förderberg – denn die Zahlungen sind auf zwanzig Jahre garantiert und können wegen des Bestandsschutzes nicht rückwirkend gekappt oder gestrichen werden. dhz/dpa