Wasser predigen, teuer tanken Dienstwagen der Kirche oft Spritfresser

Sie predigen von der Bewahrung der Schöpfung, aber bei ihren Dienstwagen nehmen es die Bischöfe mit dem Umweltschutz nicht so genau. Nur vier von 46 geistlichen Würdenträgern fahren mit einem emissionsarmen Auto, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) herausgefunden.

Alle anderen Dienstfahrzeuge der Kirchenoberen aus den evangelischen und katholischen Landeskirchen und Bistümern würden den seit 2008 geltenden EU-Zielwert für den CO2-Ausstoß nicht einhalten. Für 26 Bischöfe, also mehr als die Hälfte der Befragten, sei der Klimaschutz bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Dienstfahrten gar kein Thema, kritisiert die DUH. Der Emissionswert ihrer Limousinen liege entweder 20 bis 60 Prozent über dem EU-Zielwert für 2008 oder sie hätten Auskunft ganz verweigert.

Die „Grüne Karte“ für glaubwürdig demonstriertes Klimabewusstein beim DUH-Dienstwagencheck geht an vier Vertreter der evangelischen Kirche: Brigitte Boehme, Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche; Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen; Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe und Friedrich Weber, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Sie würden ihre Vorbildfunktion ernst nehmen und Dienstfahrzeuge nutzen, die den EU-Zielwert von 140 g CO2/km deutlich unterschreiten.

Als erfreulich bewertete die Umweltschutzorganisation die hohe Informationsbereitschaft in dieser ersten Dienstwagenabfrage unter Kirchenvertretern. Mehr als 80 Prozent gaben Auskunft, während acht Kirchenoberhäupter die Angaben zu Spritverbrauch und Klimagasausstoß verweigerten.

Die Schlusslichter der DUH-Abfrage bildeten gemeinsam der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und Hannovers Landesbischof Ralf Meister. Beide sind in einem VW Phaeton 3.0 unterwegs (224 g CO2/km), den in Hannover auch schon Amtsvorgängerin Margot Käßmann für ihre Dienstfahrten wählte. dhz