Erneuerbare Energien decken inzwischen rund ein Viertel des Strombedarfs in Deutschland. Bei der Erzeugung von Wärmeenergie werden allerdings nur rund zehn Prozent erreicht. Die Solarwirtschaft sieht an dieser Stelle großes Potenzial für den Ausbau mit Sonnenenergie. Deutschland könnte so auch die gestiegenen CO2-Emissionen wieder in den Griff bekommen.

Die Treibhausgasemissionen sind im vergangenen Jahr in Deutschland wieder leicht angestiegen. Wie das Umweltbundesamt meldet, liegt dieser Anstieg auf 452,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid vor allem am stärkeren Einsatz der Kohlekraftwerke. 2011 betrug der Ausstoß 450,3 Millionen Tonnen.
Statt auf neue klimafreundlichere Gaskraftwerke haben die Energiekonzerne zur Unterstützung des Atomausstiegs stärker auf ältere Kohlekraftwerke gesetzt, die jedoch auch mehr Emissionen produzieren. So stieg sowohl die Verbrennung von Braunkohle als auch von Steinkohle um jeweils vier Prozent an, während die Emissionen aus Erdgas um acht Prozent gesunken sind.
Sonnenenergie hilft Klimazielen
Dass die Treibhausgasemissionen nicht noch weiter angestiegen sind, liegt nach Ansicht des Bundesverbands der Solarwirtschaft (BSW-Solar) aber auch an der stärkeren Nutzung von Sonnenenergie bei der Strom- und Wärmeerzeugung. So hätten dadurch im Jahr 2012 in Deutschland mehr als 19 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden können.
SolarenergieIm Vergleich zum Vorjahr haben die rund drei Millionen Solaranlagen-Betreiber ihren Klimaschutzbeitrag nach Angaben des Verbands um 40 Prozent gesteigert. Das entspräche im Durchschnitt dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund neun Millionen Mittelklasse-Pkw.
Kostentreiber alte Heizung
Damit Deutschland seine Klimaziele wieder voranbringt und gleichzeitig den Ausbau der erneuerbaren Energien im Blick behält, sollte deshalb das Thema Solarwärme stärker in den Fokus rücken. Hier hat Deutschland nach Ansicht der Solarwirtschaft noch großes Potenzial. Etwa drei von vier dafür geeigneten Dächern seien bislang noch ungenutzt.
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SolarthermieDazu kommt, dass 80 Prozent aller deutschen Haushalte noch immer mit alten Öl- und Gasanlagen heizen. Rund zwei Drittel der Heizungsanlagen im Gebäudebestand seien nicht auf dem Stand der Technik und würden so einerseits die Kosten und andererseits die CO2-Emissionen in die Höhe treiben. 50 Prozent des Endenergiebedarfs und etwa ein Drittel des CO2-Ausstoßes in Deutschland entfallen auf den Wärmemarkt.
Zwar steigt die Verbreitung von Anlagen zur Erzeugung von Wärme aus Sonnenenergie, die sogenannte Solarthermie, stetig an. In Deutschland werden aktuell rund 1,8 Millionen Solarwärme-Anlagen betrieben. Doch im Vergleich zum Solarstrom ist der Anteil noch gering. Während Erneuerbare Energien inzwischen rund ein Viertel des deutschen Strombedarfs decken, liegt ihr Anteil an der Deckung des Wärmebedarfs bei gerade einmal zehn Prozent.
Neue Kombiförderung
Doch anders als die Förderung von Solarstrom, die mit der geplanten Strompreisbremse nochmals sinken soll, gibt es seit März für den Einbau einer Solarheizung neue staatliche Zuschüsse. So können jetzt zinsgünstige Kredite der staatlichen Förderbank KfW in Anspruch genommen werden, die sich mit den BAFA-Zuschüssen kombinieren lassen.
Mit dem Ergänzungskredit aus dem Programm "Energieeffizient Sanieren" können verschiedene Maßnahmen gefördert werden, die den Energieverbrauch eines Gebäudes senken – so auch neue Heizungsanlagen. jtw

