Photovoltaik: Erzeugung steigt Solarstrom wird wichtiger

Im ersten Quartal 2012 ist deutlich mehr Solarstrom produziert worden als im Vorjahreszeitraum. Der Zubau von Photovoltaik-Anlagen zeigt Wirkung. Der Anteil an Solarstrom soll 2012 auf immerhin vier Prozent steigen. Doch die Industrie ist wegen der beschlossenen Solarkürzung in Gefahr.

Der Zubau zeigt Wirkung: 3,9 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom sind allein im ersten Quartal erzeugt worden - das ist Strom für vier Millionen Haushalte. - © Sovello

Die Erzeugung von Solarstrom in Deutschland ist im ersten Vierteljahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent gewachsen. Das Volumen betrug von Januar bis Ende März 3,9 Milliarden Kilowattstunden, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mitteilte. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund vier Millionen Haushalten.

2011 trug Solarstrom lediglich drei Prozent zur gesamten Stromerzeugung bei - trotz eines abermaligen Rekordzubaus von 7500 Megawatt an installierter Leistung. 2012 könnte der Anteil von Solarstrom auf rund vier Prozent wachsen.

Kaum noch Auswirkungen auf Verbraucherpreise

"In den vergangenen drei Jahren ist es der Solarbranche durch eine Vielzahl von Innovationen und Rationalisierungsmaßnahmen gelungen, die Preise für schlüsselfertige Solarstromanlagen zu halbieren und damit die wiederholte Reduktion der Solarstrom-Förderung weitgehend zu kompensieren. Der weitere Ausbau der Solarstrom-Nutzung wirkt sich damit kaum noch auf die Verbraucher-Strompreise aus", teilte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, mit. Aktuell liegt der durchschnittliche Endkundenpreis für fertig installierte Solarstromanlagen bis 100 kWp Leistung bei 1.969 Euro ohne Mehrwertsteuer pro Kilowatt (erstes Quartal 2009: 3.922 Euro).

Die Endverbraucher bezahlen über die so genannte EEG-Umlage die Solarförderung. Der Anteil liegt zurzeit bei 3,59 Cent, der auf den Strompreis aufgeschlagen wird. Um weitere Steigerungen für die Verbraucher zu vermeiden, hat die Bundesregierung die Förderung zum 1. April gekürzt.

Deutsche Solarindustrie leidet

Vor allem für die Solarmodulhersteller in Deutschland ist die Kürzung eine große Gefahr, weil für die Kunden die Rendite sinkt. Ausländische Hersteller bieten ihre Module deutlich preiswerter an. "Der internationale Wettbewerb in der Solarstrom-Branche hat sich in jüngster Zeit aber erheblich verschärft. Insbesondere in China wurden in den letzten Jahren staatlich gewollt gewaltige Produktionskapazitäten aufgebaut", erläuterte der Solarverband.

Die Solarstrombranche befinde sich daher gegenwärtig in einer Phase der Konsolidierung, gleich vier große Anbieter sind in den vergangenen vier Monate pleite gegangen. Deutschland hat nach Einschätzung des BSW-Solar aber gute Chancen, weiterhin eine Führungsrolle bei den Erneuerbaren Energien zu übernehmen und auch für die Solarindustrie ein attraktiver Standort zu bleiben.

Bekenntnis der Regierung zur Energiewende gefordert

Voraussetzung dafür sei aber ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zur Energiewende, zum weiteren Vorrang erneuerbarer Energien und die Korrektur jüngster Fehlentscheidungen bei der zu starken Reduktion der Solarstromförderung. „Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Zweifel zerstreut, dass es ihr mit der Energiewende wirklich ernst ist,“ sagte Körnig. Allein in den letzten drei Jahren wurde das Fördergesetz vier Mal geändert.

Im Mai kommt die nächste Novelle in den Bundesrat. Während Bundesregierung und Bundestag das Gesetz schon abgesegnet haben, hofft die Solarwirtschaft auf einen Vermittlungsausschuss, der noch Verbesserungen herausholt.  bur