Grüne Stromerzeugung Solarstrom: Neuer Rekord erreicht

Bundesweit wurden mittlerweile so viele Solaranlagen installiert, dass eine Leistung von über 32,5 Gigawatt möglich ist. Trotz schlechtem Wetter hat Deutschland damit im Juni einen neuen Rekord bei der Solarstromproduktion aufgestellt. Noch nie wurde zuvor so viel Solarstrom produziert.

Die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland haben im Juni so viel Solarstrom produziert wie noch nie. - © Foto: vege/Fotolia

Angesichts der steigenden Stromkosten, des Streits um Strafzölle auf chinesische Photovoltaikmodule und die geforderte Strompreisbremse, herrscht Verunsicherung in der Solarbranche. Doch während Wirtschaft und Politik noch diskutieren, steigen die Leistungen der bereits installierten Anlagen auf neue Rekordwerte.

Noch nie so viel Solarstrom

Noch nie ist in Deutschland so viel Solarstrom produziert worden wie im Juni. Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden trotz mäßigen Wetters 4.309 Gigawattstunden (GWh) Solarstrom erzeugt. Der bisherige Rekord wurde mit 4.027 GWh im Mai 2012 erzielt.

Mit der im Juni produzierten Solarstrommenge könnte sogar der Jahresbedarf von über 1,23 Millionen Haushalten gedeckt werden. Deutschland kommt dem selbstgesteckten Ziel, im Jahr 2020 bereits 35 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, damit in rasenden Schritten näher. Schon jetzt beträgt der Ökostromanteil hierzulande gut 25 Prozent.

Solarstrom hat daran einen immer größeren Anteil, obwohl dieser verglichen mit anderen Energieträgern immer noch relativ gering ausfällt. Nach Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE betrug der Anteil an der Netto-Stromerzeugung im Jahr 2012 nur 5,3 Prozent. Schaut man sich die Entwicklung der letzten Jahre an, so zeigt sich jedoch, dass der Solarstrom im Vergleich zu anderen Energieträgern im Jahr 2004 noch bei beinahe Null lag.

Seite 2: Warum die neuen Rekordwerte auch Kritik auslösen. >>>

© Quelle: Fraunhofer-Institut ISE
Solarstrom-Grafik

Am stärksten ist die Windkraft an Land, deren Anteil ebenfalls kontinuierlich steigt, obwohl sie im ersten Halbjahr 2013 bislang keinen neuen Rekord meldet. Die Stromerzeugung in Windkraftanlagen lag aufgrund der Witterung in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 22.500 GWh knapp zehn Prozent unter der Produktion im gleichen Vorjahreszeitraum mit 24.900 GWh. Der stärkste Monat war laut BDEW mit 5.030 GWh der Januar.

Der Strompreis steigt

Am 17. Juni um 13 Uhr sei mit 23,05 Gigawatt die bislang höchste Photovoltaik-Einspeiseleistung gemessen worden, teilte der BDEW mit. Diese neuen Rekordwerte werden derzeit von vielen allerdings auch kritisch gesehen. Denn gerade die hohe Solarstromproduktion kann die Stromkosten weiter treiben.

Die Vergütungskosten für Solar- und Windstrom werden per Umlage auf den Strompreis abgewälzt. Zugleich senkt mehr Ökostrom die Preise an der Strombörse, also im Einkauf. Allerdings werden diese Effekte von den Versorgern oft nicht komplett weitergegeben. Eine Reform der derzeitigen Förderpraxis und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist dringend nötig. jtw/dpa

Wie sich der Strompreis derzeit zusammensetzt, lesen Sie im Beitrag "Strompreis: Was die Kosten immer höher treibt". >>>

Sind Sie Solaranlagenbesitzer und wollen wissen, wie Sie den selbstproduzierten Strom am besten steuerlich erfassen, erfahren Sie im angehängten Download.