Besitzer von Solaranlagen setzen zunehmend darauf den Sonnenstrom vom eigenen Dach auch selbst zu verbrauchen. Gründe dafür sind die steigenden Strompreise und die sinkende Einspeisevergütung. Eine Umfrage unter Photovoltaik-Handwerkern zeigte nun, dass Stromspeicher immer stärker nachgefragt werden. Die Anforderungen an Betriebe steigen.

Bei neu installierten Solarstrom-Anlagen wird mittlerweile durchschnittlich rund ein Drittel des selbst erzeugten Solarstroms im eigenen Haushalt oder Unternehmen selbst verbraucht. Käufer von Solarstrom-Anlagen sind einer Umfrage des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) unter Handwerkern, die in dieser Branche arbeiten, zunehmend daran interessiert, den eigenen Sonnenstrom zu speichern statt ihn ins Netz einzuspeisen.
Doch mit diesem Wandel verändert sich auch die Praxis der Handwerker. "Die Planung wird anspruchsvoller und die Beratung potenzieller Investoren komplexer", erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Vier von fünf Handwerkern würden der Umfrage zufolge schon von einem gestiegenen Aufwand für den Vertrieb von Solaranlagen berichten.
Preise für Strom, Förderung sinkt
Immerhin jeder zweite Solarinstallateur habe bereits einen Solarstrom-Speicher installiert, teilt der Solarverband mit. Bei der Optimierung der Eigenverbrauchsquoten spielen zudem die optimale Dimensionierung der Photovoltaik-Anlage und ein intelligentes Energiemanagement eine bedeutende Rolle.
" Private Stromtarife sind inzwischen fast doppelt so hoch wie die Kosten selbst erzeugten Solarstroms vom Dach eines Eigenheims", erklärt Körnig die Gründe für den Trend zur solaren Selbstversorgung. Hintergrund dafür seien auch die deutlich gesunkenen Photovoltaikpreise und eine stark rückläufige Solarstromförderung.
Der Verband weist deshalb auch darauf hin, dass die KfW seit Mai 2013 einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss für die Installation eines Kombisystems von Photovoltaik-Anlage plus Speicher oder für die Nachrüstung einer bestehenden Solarstrom-Anlage mit einer Solarbatterie anbietet. Handwerksbetriebe sollten ihre Kunden über die Förderungen aufklären.

Solarstrom selbst vermarkten
Betriebe profitieren von diesem Trend aber nicht als Installateure der Anlagen – sie nutzen die solare Selbstversorgung auch gerne selbst. Gewerbebetriebe mit geeigneten Dachflächen können oft auch ohne Einsatz von Speichern weitaus höhere Eigenverbrauchsquoten erreichen als Eigenheime. Besonders wenn diese tagsüber eine hohe Grundlast haben und sich die Zeiten von Strombedarf und Stromproduktion durch die Solaranlage weitgehend decken, kann sich eine solche Anlage lohnen.
Zudem würden immer mehr Betreiber von Photovoltaik-Anlagen derzeit ernsthaft darüber nachdenken, Solarstrom nicht nur verstärkt selbst zu nutzen, sondern auch an Nachbarn oder Mieter zu vermarkten. dhz