Sonnenstrom-Tipps Solaranlagen: Was bei der Neuinstallation zu beachten ist

Sonnenstrom auf dem eigenen Dach einfangen ist eine gute Sache. Doch dafür muss die notwendige Technik zunächst angeschafft und viele Faktoren berücksichtigt werden, die eine wichtige Rolle spielen. Tipps, die Sie an Ihre Kunden weitergeben können.

Im Vorfeld der Installation einer Solaranlage gibt es einiges zubeachten - © Marina Lohrbach/Fotolia

In Deutschland gibt es inzwischen 1,5 Millionen Solaranlagen. Trotz der Verringerung der Einspeisevergütung für Privathaushalte kann sich die Anschaffung einer Anlage noch immer lohnen. Allerdings sollten im Vorfeld einer Installation mehrere Faktoren beachtet werden.

So etwa die Anzahl der Sonnenstunden. Diese kann sich je nach Region unterscheiden und auch ein leichtes Nord-Süd-Gefälle ist in Deutschland ausmachbar, doch es dürfte keine allzu großen Auswirkungen auf die Stromerzeugung haben. Beispielsweise hat der Deutsche Wetterdienst herausgefunden, dass Teile Baden-Württembergs die gleiche Sonnenscheindauer aufweisen wie Regionen in Brandenburg. Viel wichtiger ist es, sich die konkrete Situation auf dem Grundstück anzuschauen und möglicherweise notwendige Maßnahmen zu treffen.

1. Standort wählen

Achten Sie auf die Gegebenheiten bei dem Kunden vor Ort. Die Stelle an der die Module angebracht werden sollen, sollte möglichst nicht von Schatten bedeckt sein – auch nicht im Tagesverlauf. Neben Bäumen können auch Gauben oder der Kamin störende Schatten werfen. Selbst ein nur kleiner Schatten, etwa von einer Satellitenschüssel, einer Antenne oder einer Stromleitung können technisch bedingt einen Einfluss auf die Produktion haben.

2. Himmelsrichtung, Größe und Neigung berücksichtigen

Die meiste Zeit des Tages verbringt die Sonne in südlichen Richtungen. Es macht also am meisten Sinn, die Anlage auf die Südseite des Hauses zu packen. Allerdings lohnt es wegen der sich immer weiter absenkenden Einspeisevergütung nicht mehr, möglichst viel Strom für das öffentliche Netz zu erzeugen. Sinnvoller ist es, die Größe der Anlage auf den Eigenbedarf abzustimmen.

Natürlich lassen sich auch Dächer mit einer Ost-West-Ausrichtung bestücken. Dann sollte aber klar sein, dass es insgesamt deutlich weniger erzeugter Strom sein wird, dieser hauptsächlich nur morgens und abends verfügbar ist und im Winter bei spätem Sonnenaufgang und frühem Sonnenuntergang die Ausbeute eher gering sein dürfte.

Für eine optimale Wirkung sollte die Neigung der Module 30 Grad betragen. Unter 25 und über 60 Grad verringert sich der Ertrag merkbar um bis zu zehn Prozent.

3. Fläche planen

Für die Erzeugung eines Kilowatts wird eine Fläche von mindestens sechs Quadratmetern und eine Anlage aus mono- und polykristallinen Siliziummodulen benötigt. Für einen Vier-Personen-Haushalt ist eine Fläche von 30 Quadratmeters sinnvoll. Das entspricht mit einer Leistung von fünf Kilowatt einem Jahresertrag von etwa 4500 Kilowattstunden – dem Verbrauch eines Haushalts dieser Größe.

4. Rendite berechnen

Wie viel Rendite ein Hausbesitzer nach einer Installation von Solarmodulen erwarten kann, hängt von den Begebenheiten vor Ort ab. Im Internet gibt es verschiedene Seiten, auf denen man den Betrag berechnen lassen kann, etwa mit dem Vergütungsrechner des Verbands BSW-Solar oder auf der Seite der Energie Agentur NRW.

5. Umbauten planen

Da aktuelle Anlagen 20 bis 30 Jahre lang Strom produzieren können, sollte auch der Zustand des Dachs auf dem sie angebracht werden genau untersucht werden. Sollte eine Dachstuhlrenovierung im Laufe dieser Zeitspanne wahrscheinlich sein, können angebrachte Module die Arbeiten verkomplizieren. Falls es notwendig ist, sollte das Dach im Vorfeld wieder auf Vordermann gebracht werden. Dann lassen sich auch die Arbeiten an Dach und Anlage zusammenlegen und so Kosten sparen.

6. Weiteres berücksichtigen

Da Solarmodule nur Gleichstrom liefern, wird ein sogenannter Wechselrichter benötigt, der daraus Wechselstrom macht. Hier sollte man auf einen hohen Wirkungsgrad von 98 Prozent oder höher sowie auf eine langjährige Garantie achten. Kabel, die im Freien verlaufen, sollt vor Wettereinflüssen und Marderbissen geschützt werden. Zudem müssen die Kabelkanäle UV-Beständig sein.

Die Anschaffung der technischen Geräte wird nicht vom Staat bezuschusst, sehr wohl aber der Betrieb einer solchen Anlage. Die Einspeisevergütung lag im März 2015 bei Kleinanlagen auf Dächern bis einschließlich zehn Kilowatt bei etwa 12,50 Cent pro Kilowattstunde. dpa/jr