Im "EEG 3.0" soll die Zukunft der Energiewende liegen. Mit Auktionen will die Regierung den Fördersatz für Ökostromanlagen künftig festsetzen. Das Pilotprojekt startet bereits 2015, doch schon jetzt wird zurückgerudert.

Verbraucher sollen bei der Energiewende stärker entlastet werden. Auch der Wettbewerb unter den Ökostrombetreibern soll weiter angekurbelt werden. So ist der Plan von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Gelingen soll das laut einem Bericht von "Spiegel Online" durch Auktionen .
Anlagenbauer treten bei Auktion an
Demnach soll der Staat ab 2017 regelmäßig eine bestimmte Menge Megawatt ausschreiben, die von Ökostromanlagen produziert werden soll. Die Erbauer der entsprechenden Anlagen sollen dann in einer Auktion gegeneinander antreten und sagen, wie viel Förderung sie brauchen, um die Anlagen wirtschaftlich zu betreiben.
Offiziell nennt sich das Konzept "EEG 3.0" . Geht es nach den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums soll der gesamte Ausbau der erneuerbaren Energien 2017 im Rahmen von Ausschreibungen laufen. Allerdings ist derzeit noch fraglich, ob sich auch genug Ökostrombetreiber finden, die an den Auktionen teilnehmen.
Laut "Spiegel Online" müssen die Gebote letztendlich günstiger sein als die derzeitige, von der Regierung festgelegte Förderung. Von diesem Ziel sei die Bundesregierung aber noch weit entfernt, heißt es.
Auktionen von Solarparks
Das Pilotprojekt für das "EEG 3.0" soll bereits Anfang 2015 starten. Informationen von "Spiegel Online" zufolge will die Regierung zunächst mit Ausschreibungen für Solarparks experimentieren. Allerdings gibt es dem Bericht zufolge Änderungen am Pilotprojekt, die vorher noch nicht vorgesehen waren.
Einem Entwurf zufolge, der "Spiegel Online" vorliegt, sollen zwischen 2015 Solarparks mit einer Kapazität von 500 Megawatt gebaut werden. Ursprünglich vorgesehen waren 600 Megawatt. 2016 sollen es dann nur noch 400 Megawatt sein.
Wie weiter berichtet wird, wurden auch die Flächen für die Solarparks begrenzt. Anders als vorgesehen ist die Bebauung von Ackerflächen im kommenden Jahr komplett verboten. 2016 soll die Bebauung dagegen nur begrenzt zugelassen werden.
Kritik von Union und Solar-Experten
Scharfe Kritik kommt aus der Solarbranche. David Wortmann, Geschäftsführer der Firma DWR eco, die Lobbyarbeit für große Solarparkkonzerne macht, sagt gegenüber "Spiegel Online": Das Pilotprojekt der Bundesregierung könnte eine Bauchlandung werden.
Auch Vertreter der Unions-Parteien sprechen sich gegen Gabriels Konzept aus. Darüber hinaus wäre der CDU-Wirtschaftsflügel auch die treibende Kraft dafür gewesen, die Menge der Ausschreibungen zu begrenzen, wie aus einem Brief an Gabriel hervorgeht, der "Spiegel Online" vorliegt.
Derzeit ist noch unklar, ob das "EEG 3.0" erfolgreich wird. Auktionen für die Förderung von Ökostrom gelten als schwierig. Auch der Bürokratieaufwand dürfe laut Experten aus der Solarindustrie nicht unterschätzt werden. dhz