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Digitaler Produktkatalog So können Handwerker Produkte und Leistungen in WhatsApp anbieten

Der meistgenutzte Messenger der Welt ist um eine Funktion reicher. Betriebe können in WhatsApp ab sofort auch Produkte und Dienstleistungen anlegen. Wie das geht, wie Handwerksbetriebe das digitale Schaufenster sinnvoll nutzen können – und welches Ziel WhatsApp damit verfolgen dürfte.

Mit Freunden chatten, Storys checken, Handwerker beauftragen. WhatsApp ist längst mehr als ein Messenger – und spätestens seit Einführung der Business-Version kein Ort mehr, an dem ausschließlich mit Freunden und Bekannten kommuniziert wird. Immer mehr Betriebe – auch aus dem Handwerk – beantworten Kundenanfragen via WhatsApp, vereinbaren Termine oder tauschen Informationen über den Messenger aus. Jetzt hat die Facebook-Tochter eine Funktion freigeschaltet, die den Messenger noch attraktiver für Gewerbetreibende machen dürfte.

Katalog-Funktion macht WhatsApp-Profil zu Mini-Website

Nutzer der Business-Version können ab sofort ihre Produkte und Dienstleistungen im Unternehmensprofil hinterlegen. Bislang war dort nur Platz für ein paar wenige Informationen wie die Kontaktdaten oder Öffnungszeiten. Mit der neuen Katalog-Funktion wird das WhatsApp-Profil immer mehr zu einer abgespeckten Unternehmens-Website.

"Es kann sehr mühsam sein, mehrere Nachrichten und Fotos austauschen zu müssen, um Informationen zu Produkten zu erhalten", schreibt WhatsApp in seinem Blog. Die neue Funktion soll es interessierten Kunden erleichtern, Waren und Leistungen zu entdecken, ohne dafür WhatsApp verlassen zu müssen.

"Die Nutzer werden nach und nach lernen, dass sie im WhatsApp-Profil eines Business-Accounts Produkte und Informationen zu diesen vorfinden", sagt Michael Elbs. Der gelernte Schreinermeister hat sich mit seiner Agentur darauf spezialisiert, Betriebe fit für die Kommunikation und Werbung via WhatsApp zu machen. Da Kunden die Artikel auch weiterleiten können, könnten seiner Einschätzung nach bald auch Personen anfragen, mit denen zuvor noch gar kein Kontakt bestanden hat.

Das neue digitale Schaufenster vergleicht Elbs mit dem Google-My-Business-Produktkatalog. Auch dort können Betriebe ihrem Brancheneintrag Produkte oder Dienstleistungen hinzufügen.

Anleitung: So können Sie Ihrem WhatsApp-Katalog Produkte und Dienstleistungen hinzufügen

Ein Katalog-Eintrag in WhatsApp Business sei schnell angelegt, sagt der Messenger-Experte. Seine Anleitung für Android und iOs finden Sie in der Bildergalerie.

WhatsApp: Produkte und Dienstleistungen anlegen

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Handwerksbetriebe

"Grundsätzlich kommt der WhatsApp-Produktkatalog für Handwerksbetriebe jeder Art infrage", sagt Elbs. Ein Friseur, der Termine über WhatsApp vergibt, könne etwa Leistungen wie Nasshaarschnitt, Strähnen färben oder Bartschnitt inklusive Preisangaben in den Katalog aufnehmen. Ein Optiker seine aktuellen Brillengestelle. Ein Sanitär-Betrieb könnte seinen Stundensatz nennen – oder ein Kostenbeispiel für eine Badsanierung.

Doch es gibt auch Beschränkungen. Medikamente, Tabakwaren oder Sexspielzeug sind laut WhatsApp Handelsrichtlinie beispielsweise verboten. Ebenso Gesundheitsprodukte wie Kontaktlinsen, Bandagen oder Verbandskästen. Für Elbs ein Indiz, dass WhatsApp darauf bedacht ist, die Kommunikation zwischen Unternehmen und Verbrauchern auf einem hochwertigen Niveau zu halten. "Und dazu gehört eben auch, dass kritische Geschäftsbereiche wie die Erotikbranche ausgeschlossen werden."

Facebook möchte künftig Geld mit WhatsApp verdienen

Mit der neuen Funktion dürfte WhatsApp weiter an dem Ziel schrauben, in Zukunft Geld mit dem Messenger zu verdienen. Was die Gründer von WhatsApp stets ablehnten, wird seit der Übernahme durch Facebook, Schritt für Schritt vorangetrieben. So sollen ab 2020 auch erstmals Werbeanzeigen im Story-Bereich von WhatsApp ausgespielt werden. Für die USA hat Facebook jetzt auch einen eigenen Bezahldienst namens Facebook Pay angekündigt. Mit dem Service sollen Nutzer künftig direkt in Facebook, Instagram oder WhatsApp Geld an andere Nutzer senden oder in App-eigenen Shops einkaufen können. Wann Facebook Pay auch in Deutschland genutzt werden kann, hat der Konzern noch nicht bekanntgegeben. Ebenfalls offen ist, ob und wann die von Facebook geplante Kryptowährung Libra an den Start gehen wird.

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