Die Bevölkerung erkennt zunehmend, welchen wichtigen Beitrag die Handwerksbranche leistet. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Die guten Zukunftsperspektiven im Handwerk und die Verdienstmöglichkeiten werden von immer mehr Bürgern gesehen. Gleichzeitig wächst die Sorge vor dem Handwerkermangel.

Das Handwerk gewinnt in der Wahrnehmung der Bevölkerung an Bedeutung. Die Bürger erkennen die gesellschaftliche Rolle dieses Wirtschaftszweigs und die guten beruflichen Perspektiven. Das zeigt die Befragung "Bild des Handwerks bei den Bürgern 2021", die der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben hat. Die repräsentative Umfrage bei mehr als 1.500 Bürgern in Deutschland kommt insgesamt zu erfreulichen Ergebnissen.
Einen Höchstwert erreicht die Einschätzung, welche gesellschaftliche Bedeutung das Handwerk besitzt. Danach halten 87 Prozent das Handwerk für wichtig oder sehr wichtig. Inzwischen hat die Bevölkerung auch von vielen Themen gehört, die die Betriebe teilweise schon seit Jahren plagen. Darunter sind die Nachwuchssorgen (29 Prozent) und der Mangel an Fachkräften (44 Prozent) – sowie neuerdings auch die Rohstoffknappheit (20 Prozent). Andererseits erkennen die Befragten auch, dass die Auftragslage in vielen Gewerken ausgezeichnet ist. Die deutlichste Veränderung gegenüber den Vorjahren zeigt sich bei der Sorge der Bürger vor dem Handwerkermangel, meldet der ZDH. Dieser Wert habe sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt: von 19 auf 44 Prozent.
Nachwuchsmangel und Materialengpass
Fast 30 Prozent der von Forsa Befragten haben realisiert, dass die Nachwuchssorgen der Betriebe auch ein Problem für die Bürger und deren Versorgung sind. Auch die guten Zukunftsperspektiven im Handwerk (82 Prozent) und die Verdienstmöglichkeiten (41 Prozent) in diesem Bereich werden von immer mehr Bürgern gesehen. 85 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass Arbeitsplätze im Handwerk sicher sind. Dass die momentanen Material- und Lieferengpässe ein Problem für viele Handwerksbetriebe sind und sich möglicherweise auch auf die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger niederschlagen, erkennen 20 Prozent der Befragten.
Die meisten Bürger gehen davon aus, dass die Arbeit als Handwerker Zufriedenheit stiftet. 77 Prozent heben hervor, dass Handwerker einen Beruf ausüben, "bei dem man täglich das Ergebnis seiner Arbeit sieht", während das von Akademikern nur zwei Prozent sagen. Es gibt nur einen Bereich, in dem die Befragten der Ansicht sind, dass ein abgeschlossenes Studium bessere Möglichkeiten bietet als eine erfolgreiche Ausbildung im Handwerk: bei den Verdienstmöglichkeiten. Neun Prozent sehen gute Verdienstmöglichkeiten im Handwerk, 33 Prozent bewerten Handwerker und Akademiker gleichauf, 54 Prozent glauben, dass ein Studium bessere Möglichkeiten bietet.

Geschick und Fitness erforderlich
Außerdem wollten die Meinungsforscher wissen, welche Voraussetzungen für einen guten Handwerker erforderlich sind. 41 Prozent der Umfrageteilnehmer waren der Meinung, dass es handwerklichen Geschicks, Talents und praktischer Veranlagung bedarf.
Ein Fünftel glaubt, dass ein guter Handwerker Freude an seiner Arbeit haben muss. 16 Prozent sehen körperliche Fitness, Robustheit und Belastbarkeit als unverzichtbare Voraussetzungen.
Die allgemeine Wahrnehmung des Handwerks erreicht unterdessen wieder den alten Höchststand (64 Prozent). Damit bestätigt sich die Einschätzung aus dem Vorjahr, dass der damalige Rückgang (55 Prozent) ausgelöst war von einer Konzentration der Aufmerksamkeit auf Corona.
Seit 2008 untersucht Forsa im Auftrag des ZDH, wie das Handwerk von der Bevölkerung wahrgenommen wird. Die Trendstudie bildet die Grundlage für die Ausrichtung der Imagekampagne des Handwerks. str