Fachkräftemangel Fachkräfte-Gesetz wirkt nicht: Nur wenige Einwanderer 2021

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hinkt seinen Erwartungen hinterher. Die Corona-Pandemie machte die Einreise zeitweise unmöglich. Das führt zu einer ernüchternden Bilanz.

Maurer zählen zu den stark gesuchten Fachkräften. - © astrosystem - stock.adobe.com

Die Erwartungen waren hoch: Zum Start des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes im Jahr 2020 hatte man gehofft, dass mindestens 10.000 Nicht-Akademiker pro Jahr aus Nicht-EU-Staaten zuwandern. Fast zwei Jahre später zeigt sich: Das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland kommt nur langsam voran. Im letzten Jahr sind über Programme der Bundesagentur für Arbeit nur 3.200 Fachkräfte aus dem Ausland auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermittelt worden – immerhin 700 mehr als 2020.

Deutschland braucht 400.000 Zuwanderer pro Jahr

Die Zahl ist deutlich zu gering, um das Fachkräftepotenzial in Deutschland stabil zu halten. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, braucht Deutschland mindestens 400.000 Zuwanderer pro Jahr – von innerhalb und außerhalb der EU. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen sowie die Veränderungen beim Bedarf der Herkunftsländer hatten die Zuwanderung nach Deutschland zeitweise praktisch zum Erliegen gebracht.

Die Bundesagentur hat zur Förderung der Zuwanderung - die vor allem aus der Wirtschaft mit Nachdruck gefordert wird - Kooperationsvereinbarungen mit Ländern wie Indonesien, Mexiko oder Kolumbien geschlossen. Von dort sollen Angehörige von Berufen nach Deutschland kommen, die zu Hause nicht dringend gebraucht, in der Bundesrepublik aber stark nachgefragt werden. Beispiele sind Handwerker, Pflegekräfte, Köche und Gärtner. dpa/aul