Kolumne So arbeiten Betrieb und Berufsschule gut zusammen

Damit eine duale Berufsausbildung gut funktionieren kann, müssen Betrieb und Berufsschule gut zusammenarbeiten. In erster Linie heißt das, dass ein guter Austausch zwischen Ausbilder und Lehrer stattfinden sollte. Ausbildungsberater Peter Braune erklärt, was dabei wichtig ist.

Azubis in der Berufsschule
Lernortkooperation: Ausbilder sollten regelmäßig das persönliche Gespräch mit der Berufsschule suchen und damit wissen, welche Themen dort bearbeitet werden. - © pressmaster - stock.adobe.com

Die Lernorte Betrieb und Berufsschule sollen bei der Durchführung der Berufsbildung zusammenarbeiten. Wie die gesetzlich vorgeschriebene Lernortkooperation ausgestaltet wird, darüber entscheiden die handelnden Personen vor Ort. Im Sinne einer qualitativ hochwertigen Berufsausbildung ist eine Zusammenarbeit der Beteiligten von großer Bedeutung. Ganz allgemein wird damit der Ausbildungserfolg gewährleistet.

Die Zusammenarbeit kann sich auf die inhaltlichen, organisatorischen und pädagogischen Themenkreise beziehen. In Abhängigkeit von den Berufen im Handwerk und den regionalen Bedingungen, ergeben sich in der Praxis ganz unterschiedliche Anforderungen und Formen der Zusammenarbeit, ein einheitliches Muster gibt es nicht.

Betrieb und Berufsschule brauchen regelmäßigen Austausch

Die Verantwortlichen im Betrieb und die Lehrkräfte in der Berufsschule sind häufig nur unzureichend über den jeweils anderen Lernort informiert. Mit dem Zeitverlauf verändern sich aber die Lernziele. Die regelmäßige Zusammenarbeit würde hier die Ausbildung verbessern. Das gilt zum Beispiel ganz besonders für das Thema Informations- und Kommunikationstechniken. Natürlich geht es überwiegend um die Klärung der aktuellen Fragen und die Bewältigung der unvermeidlichen Schwierigkeiten, die im Verlauf der Lehrzeit ans Tageslicht kommen.

Die Meisterinnen und Meister sollten immer den engen Kontakt zu den Lehrkräften der Berufsschule pflegen. So können sie rechtzeitig erfahren, ob die Lehrlinge regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Als Verantwortliche für die Durchführung der Lehre müssen sie die auftretenden Mängel beheben. In einer kontinuierlich gewachsenen Verbindung erfahren sie wichtiges über den Wissensstand ihrer Schützlinge. Wünschenswert wäre eine engere Verzahnung in der Abfolge der betrieblichen und schulischen Ausbildungszeiten. Das bleibt jedoch oft ein frommer Wunsch. In der Berufsschule wiederum gibt es ein großes Interesse an den direkten Rückmeldungen über den Unterricht.

Persönliche Gespräche zwischen Betrieb und Berufsschule notwendig

Wünschenswert sind auch die gemeinsamen Veranstaltungen und Projekte. Zum Austausch sollten alle regelmäßig an den Informationsveranstaltungen oder Arbeitskreisen der Kammer teilnehmen und die enge Lernortkooperation pflegen. Das sind gute Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch zwischen allen Beteiligten. Die Zusammenarbeit fördert nicht nur die Ausbildungsqualität. Die Ausbildungsbereitschaft stabilisiert sich und die Lernbegleitung wird stetig besser.

Die Kooperation der Lernorte ist in der Praxis überwiegend durch individuelle Kontakte geprägt. Während der Zwischen- und Abschlussprüfungen treffen sich alle regelmäßig mit den Lehrkräften der Berufsschulen. Daher ist die Mitwirkung in einem Prüfungsausschuss auch ein sehr gutes Werkzeug für die Zusammenarbeit und um die Erfahrungen auszutauschen.

In diesem Sinn sollten alle Ausbilderinnen und Ausbilder den persönlichen Kontakt zu den Lehrkräften pflegen. Das kann per Telefon, über eine SMS oder durch eine Mail geschehen. Bevor mit den Lehrlingen etwas nicht so läuft, wie es den Rechten und Pflichten aus dem Lehrvertrag entspricht, ist ein persönliches Gespräch die einzige richtige Lösung. Auch dem Ausbildungsnachweis sind die nötigen Informationen über den Ausbildungsstand zu entnehmen. Bevor es brenzlig wird und bei erkennbaren Problemen, ist der Zeitpunkt für ein persönliches Gespräch gekommen.

Handwerkskammer kann Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Berufsschule stützen

In der Regel hat die Berufsschule und der Ausbildungsbetrieb eine Internetseite. Für die Region gibt es eine Seite der zuständigen Handwerkskammer. Diese Medien sind gut für den Kontakt und den Informationsaustausch geeignet. Um dem Zeitmangel aller Akteure gerecht zu werden, können auch Social-Media-Networks genutzt werden. Im Lehrbetrieb sollte pro Ausbildungsjahr, eine gewisse Arbeitszeit, für die Gespräche mit den Lehrkräften der Berufsschule zur Verfügung stehen.

Auf jeden Fall muss die Zusammenarbeit durch die Geschäftsführung der zuständigen Handwerkskammer, die Verantwortlichen beim Schulträger und der Schulaufsicht gestützt und gefördert werden.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.