Intelligente Stromzähler Schlüsseltechnologie der Energiewende: Smart Meter

Ein wichtiger Baustein in der Energiewende sind Smart Meter, die den Energieverbrauch genau abbilden und steuern. Doch im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sind sie in Deutschland noch Mangelware.

Smart Meter sollen helfen, den Energieverbrauch genau zu steuern. - © Foto: PiLensPhoto/Fotolia

Die so genannten Smart Meter gelten als eine der Schlüsseltechnologien der Energiewende: Die intelligenten Stromzähler sollen helfen, den Energieverbrauch genau abzubilden und gegebenenfalls sogar zu steuern, je nach dem wie groß das Angebot an produziertem Wind- oder Sonnenstrom gerade ist. Auf diese Weise können Versorger die Stromproduktion auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen und Schwankungen in ihren Netzen managen. Tankstellen für Elektroautos oder Nachtspeicherheizungen sollen beispielsweise als Energiespeicher dienen. Die Verbraucher sollen davon profitieren, dass ihre Stromtarife flexibel angepasst werden können.

Beispielsweise könnte es in Zukunft Waschmaschinen geben, die automatisch anspringen, wenn der Strom günstig ist. Oder ferngesteuerte Heizungen und Tankstellen für Elektroautos, die gleichzeitig als Stromspeicher fungieren. Der Fantasie der Firmen sind kaum Grenzen gesetzt, wenn es um Anwendungsbeispiele geht, die den Nutzen der Energiewende für den Verbraucher beschreiben. Bislang ist das jedoch in den allermeisten Fällen noch Zukunftsmusik.

Einbau in Neubauten seit 2010 Pflicht

Der Einbau in Neubauten und grundsanierten Gebäuden ist seit 2010 in Deutschland Pflicht. Bis 2022 sollen nach der Vorgabe der EU 80 Prozent der Verbraucher mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden. Jedoch warten viele Firmen seit Jahren auf klare Vorgaben. In Pilotprojekten, wie beispielsweise in Mülheim an der Ruhr, verfügen alle 100.000 Haushalte über intelligente Stromzähler.

Noch fehlen Verordnungen

Erst seit vergangenem Sommer liegt eine vom Wirtschaftsministerium bestellte Kosten-Nutzen-Analyse für den Rollout von Smart Metern in Deutschland der Wirtschaftsberatung Ernst & Young vor. Was nun noch fehlt, sind Verordnungen, die Details sowie Ablauf des Ausbaus regeln und klären, wer die Kosten trägt.

Die beteiligten Unternehmen hoffen, dass das Verordnungspaket noch in diesem Jahr verabschiedet wird. So steht es im Koalitionsvertrag. Hersteller wie Landis+Gyr warten dringend auf grünes Licht. Während die Firma in Großbritannien bereits Aufträge für Millionen Smart Meter erhalten hat, seien in Deutschland nur Millionen Euro investiert worden, sagt Landis+Gyr-Chef Peter Heuell. "Es wäre gut, wenn der Markt sich endlich in Bewegung setzen würde", so Frank Schmidt, Leiter des Geschäftsfeldes Energie bei der Deutschen Telekom. Auch Firmen wie Accenture oder Siemens wollen ins Geschäft mit IT-Beratung und Abrechnung einsteigen.

Bis Verbraucher in den vollen Genuss variabler Tarife kommen, dürfte es deshalb noch dauern: Versorger wie RWE und EnBW wollen die Stromzähler erst anbieten, wenn die Technik steht. "Es muss erstmal ein Messsystem da sein", sagt ein EnBW-Sprecher. dpa/dhz