Noch weniger Geld für die Solarförderung – das ist das Ziel von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Der Bundesverband Solarwirtschaft geht davon aus, dass die Strompreise durch Subventionen für Photovoltaikanlagen nur geringfügig weiter steigen werden. Eine Mehrheit der Bürger wäre aber auch bereit, mehr Geld für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu zahlen.

Rösler fordert in einem Interview mit dem "Handelsblatt" eine grundlegende Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Dabei zielt er vor allem auf die Photovoltaik. Die Ausbaugeschwindigkeit übersteige das wirtschaftlich vernünftige Maß. Zwischen der Höhe der Förderung und dem Beitrag der Photovolatik zur Stromversorgung bestehe ein eklatantes Missverhältnis, sagte Rösler.
Nachfrage ist gestiegen
Die Solarförderung ist bereits zum 1. Januar 2012 um 15 Prozent gekürzt worden, und wird wahrscheinlich zum 1. Juli um weitere 15 Prozent sinken. Schuld an den Kürzungen ist die stetig gestiegene Nachfrage im Jahr 2011. Die Fördersätze orientieren sich am Grad der erreichten Leistung des Solarstroms und sinken, sobald die Leistung steigt.
Dennoch geht die Bundesnetzagentur nicht vom Ende des Solarbooms aus, da die Preise für die Anlagen schneller fallen als die Fördersätze gekürzt werden. Die Nachfrage werde wohl anhalten.
"Kostenbremse funktioniert"
Die Subventionen für die im vergangenen Jahr neu installierten Photovoltaikanlagen werden die Stromkunden in den nächsten Jahren mit real etwa 18 Milliarden Euro belasten. Zu diesem Ergebnis kommt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsförderung (RWI), wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Das RWI rechnet mit einem weiter steigenden Ökostromaufschlag, von derzeit 3,59 Cent pro Kilowattstunde Strom auf demnächst bis zu 4,7 Cent.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) geht dagegen davon aus, dass ein weiterer Solarstrom-Ausbau die Strompreise kaum noch erhöhen würde. "Durch die bereits realisierten Förderkürzungen sind die Kosten für den Ausbau der Photovoltaik unter Kontrolle", sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.
Der starke Zubau von Solarstromanlagen in den vergangenen drei Jahren habe bereits zu einer Halbierung der Fördersätze geführt. Körnis betont: "Die Kostenbremse des Gesetzgebers bei der Solarförderung funktioniert. "
Deutsche bereit, mehr zu zahlen
61 Prozent der Deutschen wären auch bereit, mehr für ihren Strom zu zahlen, um damit den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Die Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen, steigt mit dem Nettoeinkommen. dapd/jf