Was tun, wenn Strom, Wasser oder Diesel immer teurer werden? Betriebskostencheck Teil II.
Sandra Rauch

Wer Betriebskosten effektiv senken möchte, muss auch den Verbrauch von Ressourcen wie Energie oder Wasser unter die Lupe nehmen. Im Gegensatz zu anderen Kostenbereichen wie Kommunikation oder Versicherungen lässt sich hier jedoch durch einen Anbieterwechsel oft nicht viel bewirken. "Durch günstigere Verträge lassen sich etwa im Bereich Energie im Schnitt nur zwei bis drei Prozent der Kosten sparen", sagt Götz Schneider, der mit seiner Firma BeKoMa-Plan die Betriebskosten von Unternehmen analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen zu deren Senkung gibt.
Gegen steigende Preise hilft hier nach Ansicht des Experten vor allem eines: Den Verbrauch wirksam zu senken. "Da zeigen oft schon Kleinigkeiten, wie das Verwenden von Energiesparlampen, große Wirkung", sagt Schneider.
Verbräuche analysieren
Viele dieser "Kleinigkeiten" sind schnell und kostengünstig zu realisieren, wie Empfehlungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zeigen. So verbrauchen etwa LED-Lampen
85 Prozent weniger Strom als Glühbirnen oder Halogenlampen, während sich ihre Anschaffungskosten bei einer Anschaltdauer von fünf Stunden täglich bereits nach 15 Monaten amortisieren.
Beim Heizen spart etwa eine um ein Grad Celsius geringere Raumtemperatur sechs Prozent Heizenergie. Und durch die Reparatur eines tropfenden Wasserhahns lassen sich im Monat bis zu 500 Liter Wasser sparen.
Um Betriebskosten im Bereich Ressourcen effektiv zu senken, sollten Unternehmer zuerst den aktuellen Verbrauch analysieren. Dabei helfen zum Beispiel leicht installierbare Strommessgeräte, die "Stromdiebe" identifizieren, oder Wasserzähler, die das Auffinden von Leckagen erleichtern.
Mit gutem Beispiel vorangehen
Im nächsten Schritt sollten Chefs klare Ziele festlegen und daraus – gemeinsam mit dem Team – leicht umsetzbare Maßnahmen entwickeln. Ein Ziel könnte zum Beispiel sein, den Stromverbrauch zu senken, um Kosten zu senken und damit den Betrieb wettbewerbsfähiger zu machen und Arbeitsplätze zu sichern.
Mittel, dies zu erreichen, sind etwa das Ausschalten von elektrischen Geräten während Leerlaufzeiten, energetisch sinnvolle Beleuchtungstechnik oder, ganz simpel, das Ausschalten von Licht, sobald es draußen hell genug ist. Chefs sollten ihren Mitarbeiter hier eindeutige Handlungsempfehlungen geben, deren Einhaltung immer wieder thematisieren und selbst mit gutem Beispiel vorangehen.
Mit geringerem Verbrauch lässt sich natürlich auch in anderen Bereichen sparen. So sollten Mitarbeiter angehalten werden, mit Materialien sparsam umzugehen, etwa nur so viel Folie von einer Rolle abzuschneiden, wie wirklich benötigt werde. Betriebskostenmanager Götz Schneider empfiehlt Unternehmern außerdem, die Überstunden von Mitarbeitern unter die Lupe zu nehmen. "Viele Überstunden sind gar nicht nötig, weil sich die Arbeit oft auch noch am nächsten Tag erledigen lässt."
Praxis-Tipps: Wie Sie den Ressourcen-Verbrauch drücken
Strom: Beleuchten Sie Räume nur während ihrer Nutzung und mit energiesparender Leuchttechnik. Für Flurbereiche etc. empfehlen sich Zeitschaltuhren. Schalten Sie nicht benötigte Geräte komplett aus.
Tipp: Elektrogeräte, die sich nicht komplett ausschalten lassen (Stand-by-Betrieb), können durch Verteilerleisten mit Strom-aus-Schalter vom Netz getrennt werden.
Heizung: Senken Sie die Raumtemperaturen nachts und am Wochenende ab. Auch die Wassertemperatur lässt sich für viele Anwendungen senken.
Tipp: Trennen Sie stärker beheizte Büroarbeitsplätze von Lager- oder Werkstatträumen räumlich klar ab, oft genügt schon ein schwerer Vorhang.
Entsorgung: Sorgfältige Abfalltrennung – mit geeigneten Sammelstellen für Papier, Verpackungen, Metall, Glas oder Bioabfall – verringert die Kosten für die Entsorgung des Restmülls.
Tipp: Der Austausch eines 1.100-Liter-Restmüllcontainers gegen eine 770 Liter-Tonne spart pro Jahr etwa 250 bis
500 Euro.
Wasser: Durchflussbegrenzer, Schnellschluss- und Magnetventile, Spülstopp-Tasten oder sensorgesteuerten Armaturen verringern den Verbrauch im Sanitärbereich.
Tipp: Kleine Aufkleber erinnern Mitarbeiter immer wieder ans Wassersparen, etwa durch Drücken der Spartaste bei der Toilettenspülung.
Mobilität und Transport: Wer Termine sinnvoll aneinanderreiht, spart Kilometer. Beim Fahren senken Sie den Spritverbrauch, indem Sie häufiges Bremsen und Beschleunigen vermeiden und regelmäßig den Luftdruck der Reifen prüfen.
Tipp: Durch Öko-Fahrtrainings lassen sich die Spritkosten im Betrieb oft um fünf bis zehn Prozent senken.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt/sr
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