Nach der Einführung eines Reparaturbonus in Sachsen, Thüringen und Berlin war die Hoffnung groß, dass sich daraus ein Modell für einen bundeseinheitlichen Reparaturbonus entwickeln könnte. Nun steht der Bonus in Sachsen auf der Kippe – trotz guter Bilanz. Der Sächsische Handwerkstag will für den Erhalt kämpfen.

Der Reparaturbonus Sachsen soll 2025 wohl nicht fortgeführt werden. Grund: Die Haushaltsmittel sind aufgebraucht, wie die Sächsische Aufbaubank mitteilt. Mit dem Programm wurden Reparaturkosten zwischen 75 und 400 Euro für Elektrogeräte erstattet – pro Jahr und Person bis zu zweimal. Die Förderung beim sächsischen Reparaturbonus beträgt 50 Prozent der Reparaturkosten, maximal jedoch 200 Euro pro Reparatur. Die Arbeiten mussten von gelisteten Betrieben durchgeführt werden. Thüringen – das Vorbild für Sachsen – hat ebenfalls keine Mittel mehr. Seit Oktober 2024 sind die Fördergelder dort aufgebraucht, eine Neuauflage für 2025 steht noch aus. Berlin hingegen ist schon weiter: Seit Januar 2025 läuft dort eine neue Förderperiode.
Handwerk will sich für Fortführung einsetzen
Andreas Brzezinski, Geschäftsführer des Sächsischen Handwerkstages, sagt: "In den beiden vergangenen Jahren ist es gelungen, nicht nur regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken, sondern auch das Elektroschrott-Aufkommen zurückzudrängen. Daher machen wir uns gegenüber der sächsischen Landesregierung dafür stark, dieses Förderinstrument auch 2025 fortzuführen."
Trotz klammer öffentlicher Kassen ist Brzezinski überzeugt, dass sich die Erfolgsgeschichte Reparaturbonus mit Positiv-Effekten für Handwerk, Umwelt, Klima und Gesellschaft – zumal von vornherein mit einem schmalen Haushaltsbudget ausgestattet – auch künftig fortschreiben ließe. "Vor allem im ländlichen Raum Sachsens mit seiner hohen Handwerksdichte sollten Erhalt und Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe politisch prioritär behandelt werden", so Brzezinski anschließend.
Reparaturbonus verhinderte 219 Tonnen Elektroschrott
Im November 2024 zog der damalige sächsische Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eine Zwischenbilanz nach einem Jahr Reparaturbonus. Demnach konnten rund 21.000 Reparaturen mit rund 2,2 Millionen Euro gefördert werden. Bis zu 219 Tonnen Elektroschrott und rund 1.900 Tonnen CO₂-Emissionen hätten so vermieden werden können. Am häufigsten wurden Handys und andere Telefone repariert, gefolgt von Weißware wie Wasch-, Geschirrspülmaschinen und Backöfen. Auf dem dritten Platz landeten kleinere Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen, Mixer oder Toaster. avs