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Erneuerbare Energien nutzen Rendite mit grüner Energie: Solarenergie für den Betrieb nutzen

Investitionen in Photovoltaikanlagen machen sich schnell bezahlt: Eine Amortisationszeit von fünf Jahren ist nicht unüblich. Wie Handwerker mit ihrem Hallendach Sonnenstrom erzeugen und für ihren Betrieb nutzen können.

Auf die Idee, das eigene Dach mit einer PV-Anlage zu bestücken, sind schon viele gekommen. Wer sein Moduldach korrekt auslegen lässt und möglichst viel Strom selbst verbraucht, kann nicht nur mit grünem Strom punkten. Auch wirtschaftlich lässt sich der Erfolg durchaus sehen.

Gute Erfahrungen mit einer PV-Anlage auf dem Dach macht die Krämer GmbH im schwäbischen Metzingen. Der Metallbauer mit 40 Beschäftigten hatte bis 2015 eine Jahresstromrechnung von 30.000 Euro. Mittlerweile verfügt der Betrieb, der ursprünglich über ein Energiemanagementsystem vor allem die Lastspitze von 50 Kilowatt auf 35 senken wollte, über eine Photovoltaik-Anlage, deren Ertrag das Unternehmen bereits zu 70 Prozent selbst verbraucht.

Was nicht sofort benötigt wird, geht in die Akkus von Staplern sowie Handwerkzeugen wie Schraubern und Bohrern mit Wechselakkus. Nachdem Speichersysteme immer günstiger werden, findet die Firma auch für den Wochenendstrom und die Ertragsspitzen noch eine Eigenverbrauchslösung. Geschäftsführer Stefan Krämer nutzt den Strom vor allem für Druckluft. Weil bei deren Erzeugung mehr als 80 Prozent in die Abwärme gehen, denkt der Chef über Rückgewinnung nach.

Das eigene Kraftwerk für die Schinkenproduktion

Eigenstrom im Wert von 60.000 Euro produziert auch Peter Adler in Bonndorf seit 2016 selbst. Eine Anlage mit 366 KW Peak Leistung hat der Metzgermeister auf fünf Dächern seines Schwarzwaldanwesens installieren lassen, wo er vor allem Schinken produziert. Das 350.000 Euro teure Kraftwerk produziert 348.367 Kilowattsunden pro Jahr, die der Betrieb komplett selbst verbraucht.

Und die Investitionen machen sich schnell bezahlt: Eine Amortisationszeit von fünf Jahren ist nicht unüblich, erläutert Solarexperte Björn Lamprecht. Konservativ rechnen seine Ingenieure aber eher mit sieben bis zehn Jahren, so der Geschäftsführer von Goldbeck Solar. Bei einer festgesetzten Einspeisevergütung von 20 Jahren und einer Laufzeit der Anlage von mindestens 25 Jahren sei das eine Garantie, um Stromkosten einzusparen.

"Große Dachflächen, perfekte Ausrichtung nach dem Sonnenstand und ein hoher Eigenverbrauch", fasst Lamprecht die Kriterien zusammen, nach denen eine Solaranlage rentabel wird. Im Extremfall verdienen Logistiker, produzierende Unternehmen oder Lebensmittelhändler mit der eigenen Dachanlage sogar noch. Bis zu zwölf Prozent Rendite seien möglich. Handwerker, die ihren Bestandsbau gerne mit Solar bestücken würden, sollten allerdings vorab die Statik und Dachbeschaffenheit prüfen.

"Auf den meisten Dächern findet sich eine Möglichkeit, zum Beispiel mit statisch optimierten Unterkonstruktionen, eine Solaranlage zu errichten", erläutert der Geschäftsführer. Allerdings sei es ideal, wenn Bauherren schon bei der Errichtung eines Gebäudes die Grundlagen für ein späteres Sonnenkraftwerk legen. Letztlich sind es vor allem die Wind- und Schneelasten, die bei Bestand wie Neubauten berücksichtigt werden müssen. Auch eine gewisse Größe, die in einem günstigen Verhältnis zum eigenen Stromverbrauch steht, sollte das Hallendach mitbringen.

Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr Rendite

Je mehr Kollektorenstrom selbst verbraucht wird, desto rentabler wird die Anlage. Energieintensive Fertigungsschritte und Testläufe von Maschinen verbrauchen viel Strom. Besser, wenn man Energie also kostengünstig selbst erzeugt, anstatt sie teuer einzukaufen. Auch Flurförderzeuge, Elektroautos, Beleuchtung und die Computer in der Verwaltung sind letztlich Verbraucher, die für die Berechnung herangezogen werden.

Systeme werden meist so dimensioniert, dass sie die Grundlast decken oder die Eigenverbrauchsquote bei bis zu 70 Prozent liegt. Faustregel: Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr Rendite. Die Rechnung ist einfach: Während mit einer PV-Anlage die Gestehungskosten pro Kilowattstunde sechs bis acht Cent betragen, bezahlen Betriebe inklusive EEG-Umlage rund 18 Cent beim Energieversorger. Dazu bekommt der Handwerker noch zirka zehn Cent pro nicht genutzter, das heißt ins öffentliche Netz eingespeister, Kilowattstunde. Lamprecht, der mit seinem Team rund 80 Anlagen im Jahr erstellt: "Wir sprechen von hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Renditen."

Sonniger Mieterstrom

Auch Mieter profitieren von Solarstrom. Beim PV-Mieterstrom handelt es sich um Strom, der auf einem oder mehreren Gebäuden durch die Sonne erzeugt und direkt an die Bewohner geliefert wird. Aufgrund gesunkener Erzeugungskosten lässt sich dieser oft preiswerter anbieten als übliche Tarife. Da dieser Strom nicht über das allgemeine Netz zu den Kunden gelangt, fallen keine Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, KWK-Umlage oder Stromsteuer an. Die Mehrwertsteuer und die EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde gelten jedoch hier auch.

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