Die Bundesregierung will kleine und mittlere Unternehmen stärker für das Thema Energieeffizienz sensibilisieren und sie bei der Umsetzung unterstützen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) haben deshalb gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) den Start einer gemeinsamen "Mittelstandsinitiative Energiewende" zum 1. Januar 2013 bekannt gegeben.
Karin Birk

Wie Rösler sagte, ist die "Energieeffizienz ein Schlüssel zur Umsetzung der Energiewende". Es sei wichtig, die Produktionsabläufe zu optimieren. Ziel sei es, die Menschen hier mitzunehmen und sie nicht durch Ge- und Verbote dazu zu zwingen. "Die Initiative ist auf drei Jahre ausgelegt", betonte Altmaier. Dabei sei eine Verlängerung nicht ausgeschlossen. Kernstück der Initiative sei eine verbesserte Information und Beratung der Betriebe durch Experten vor Ort. Außerdem solle der Erfahrungsaustausch zwischen Betrieben gestärkt und besonders gelungene Lösungen stärker publik gemacht sowie Mitarbeiter weiterqualifiziert werden. Im ersten Jahr will die Regierung dafür rund 75 Millionen Euro bereit stellen.

Angesprochen sind rund vier Millionen kleine und mittlere Unternehmen, darunter rund eine Million Handwerksbetriebe. "Im Gegensatz zu großen Unternehmen können viele kleine und mittlere Unternehmen nicht von Ermäßigungen beim Erneuerbare- Energien-Gesetz profitieren", sagte Altmaier. Umso wichtiger sei es deshalb, durch Stromeinsparungen den Preisanstieg auszugleichen oder die Kosten sogar zu senken. Außerdem könnten hier auch neue Geschäftsfelder erschlossen werden.
Energiewende ist Tagesgeschäft im Handwerk
ZDH-Präsident Otto Kentzler begrüßte die geplante engere Zusammenarbeit aller Akteure. Er wies aber darauf hin, dass es schon jetzt viel Expertise im Handwerk gebe. "Für rund 450.000 Bau- Ausbau- und anlagetechnische Betrieb in 25 verschiedenen Gewerken ist die Umsetzung der Energiewende Tagesgeschäft", sagte er und betonte, dass es bei der Initiative ausdrücklich nicht nur um das Thema Stromsparen gehe, sondern auch das Heizen oder Dämmen eine Rolle spielten. Mit Blick auf die mehr als 20.000 geprüften Gebäudeenergieberater im Handwerk rief er die Politik auf, sie auch als solche anzuerkennen und in die so genannte dena-Liste aufzunehmen.
DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann verwies darauf, dass gerade bei vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen eine starke Verunsicherung über die Konsequenzen der Energiewende - über steigende Energiepreise und Stromausfälle - herrsche. Es sei wichtig, diese Befürchtungen ernst zu nehmen, aber auch auf die Chancen durch die Energiewende hinzuweisen. So gebe es interessante Perspektiven im Bereich von Kraft-Wärme-Koppelung, der Erzeugung von Biomasse oder der Energieeffizienzsteigerung.
Positive bewerteten Driftmann und Kentzler den geplanten verstärkten Erfahrungsaustausch über Einsparpotenziale und über Qualifizierungsangeboten vor Ort in den Regionen. Um den Unternehmen schnelle Informationswege zu eröffnen, werde auch eine Servicestelle eingerichtet. Sie soll vom DIHK und ZDH getragen werden.