An der Uni Oldenburg arbeitet die älteste Photovoltaikanlage Deutschlands. 1976 von einem Konsortium aus AEG und Telefunken gebaut, haben die 336 Module die beiden Firmen überlebt. Die Lebensdauer von PV-Anlagen scheint enorm. Aber irgendwann müssen sie entsorgt werden.

Entsorgung noch kein Thema: Die Solarmodule des Energielabors der Uni Oldenburg haben ihre Hersteller überlebt.
- © Foto: Uni OldenburgGegenwärtig gibt es bundesweit rund 1,5 Millionen PV-Anlagen. Die Lebensdauer der Solarmodule wird auf 20 bis 30 Jahre geschätzt, aber es gibt kaum Langzeitstudien für die junge Technologie. Inzwischen müssen einige Module der ersten Generation ausgetauscht und entsorgt werden. Dann ist guter Rat teuer.
„PV Cycle“ organisiert Sammelstellen und Entsorgung
Um die Entsorgung der Solarmodule zu regeln und Abfall weitgehend zu vermeiden, wurde im August 2012 die EU-Richtlinie zur Abfallentsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten WEEE (Waste of Electrical and Electronic Equipment) um das Recycling von Photovoltaikprodukten erweitert. Allerdings habe Deutschland diese Vorgabe noch nicht in ein nationales Gesetz überführt, sagt der
E.ON-Solarexperte Mathias Krieg. Aber auch ohne gesetzliche Pflicht organisiere die Solarbranche die Rücknahme der Module.
Die europäische Photovoltaikindustrie hat 2007 ein freiwilliges Bündnis gegründet, das sich um die Rücknahme und Verwertung der Altmodule kümmert. Über „PV Cycle“ wurden Sammelstellen eingerichtet, Transporteure zertifiziert und Recyclingbetriebe ausgewählt. Fast der gesamte europäische Photovoltaikmarkt ist in der freiwilligen Initiative vereint. In Deutschland haben sich mehr als 100 Sammelstellen der Initiative angeschlossen. „Mehr als 11.000 Tonnen Material wurden bis heute zurückgenommen und umweltgerecht recycelt“, sagt Krieg.
Bis zu 100 Prozent der Altmodule sind verwertbar
Betreiber von PV-Anlagen können Module der „PV-Cycle“-Mitgliedsunternehmen nach Ablauf der Lebenszeit oder auch beschädigte Module an einer der Sammelstellen kostenlos abgeben. Welche Marken das sind und wo sich die nächste Sammelstation befindet, steht auf den Internetseiten von „PV Cycle“ unter http://germany.pvcycle.org. Dort stehen auch alle notwendigen Formulare zum Download bereit. Ab 80 Modulen wird auch ein kostenloser Abholservice angeboten.
Mehrere Hersteller, wie z.B. First Solar, Solarworld und Solarwatt, haben darüber hinaus individuelle Rücknahmeprogramme ins Leben gerufen. Käufer können sich hier direkt an die Herstellerfirmen wenden. Bei allen von E.ON angebotenen PV-Modulen ist die Rücknahme je nach Hersteller über diesen oder „PV Cycle“ geregelt.
„Nach der Rücknahme werden die Module in zentralen Wiederverwertungsbetrieben dann in ihre Einzelteile zerlegt. In modernen Recyclinganlagen lassen sich so bis zu 100 Prozent der Materialien aus den Altmodulen zurückgewinnen“, erklärt Mathias Krieg. Dabei seien alle Photovoltaiktechnologien fürs Recycling geeignet. dhz