Nationale Weiterbildungsstrategie Recht auf Weiterbildung soll ausgebaut werden

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Darin sind sich die Vertreter der Nationalen Weiterbildungsstrategie einig und wollen daran festhalten.

Laptop und Bücher
Wer im heutigen Arbeitsleben erfolgreich sein möchte, sollte sich regelmäßig weiterbilden. Neben Eigenintitive sind auch stattliche Hilfen gefragt. - © BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Weiterbildung ist angesichts des demographischen Wandels und des Strukturwandels unabdingbar. "Die Nationale Weiterbildungsstrategie muss mit hohem Tempo fortgeführt werden", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bei Vorstellung des Umsetzungsberichtes der Nationalen Weiterbildungsstrategie, die 2019 von Bundesregierung Sozialpartnern und der Bundesagentur für Arbeit auf den Weg gebracht wurde. Ziel müsse es sein, Weiterbildung so zu unterstützen, dass man Arbeitslosigkeit durch Strukturwandel möglichst verhindere. "Es geht zum einen um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft, aber auch um den sozialen Frieden", betonte er. Nötig sei deshalb auch ein Rechtsanspruch auf staatlich geförderte Bildungszeiten, ähnlich der Elternzeit.

Nationale Bildungsplattform wird weiter ausgebaut

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht vor allem in der Digitalisierung eine große Chance für Weiterbildung und verweist auf den weiteren Ausbau der Digitalen Bildungsplattform, auf der Bildungsangebote gebündelt werden, sowie auf die jüngst gestartete Initiative Digitale Bildung. Darüber hinaus setzt sie auf die Ideen der Basis. Die Betriebe wüssten am besten, welche Kompetenz sie wann bei ihren Mitarbeitern brauchten, betonte sie. "Unternehmen haben ein ureigenes Interesse an gut ausgebildeten Mitarbeitern", fügte sie hinzu. Sie vertraue dabei auch auf die Sozialpartner vor Ort.

Handwerk fordert mehr politischen Schwung für die Weiterbildung

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer befürwortet ein Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik: "Handwerksbetriebe setzen mit großem Engagement und hohem Einsatz auf die Weiterbildung ihrer Fachkräfte", erklärte er. Von der Politik fordert er "noch mehr politischen Schwung" für das Thema. Denn eines sei klar: Nur mit Weiterbildung könnten Handwerksbetriebe die neuen Anforderungen der Digitalisierung, der Energiewende oder des nachhaltigen Bauens bewältigen.

Rolle der Sozialpartner soll gestärkt werden

Als positiv bewertet Wollseifer, dass die Rolle der Sozialpartner bei der Entwicklung von Fortbildungsprofilen gestärkt und das Fachkräftemonitoring ausgebaut werden solle. Berufliche Weiterbildung verdiene einen hohen Stellenwert. Fortbildungsabschlüsse der Höheren Berufsbildung sollten deshalb rasch den Abschlussstufen Bachelor Professional und Master Professional des Berufsbildungsgesetzes beziehungsweise der Handwerksordnung zugeordnet werden und Kosten der Aufstiegsfortbildung noch stärker übernommen werden.

Gewerkschaften: Schicke Weiterbildungsplattform reicht nicht

Auch für DGB-Vize Elke Hannack gibt es in Sachen nationaler Weiterbildung noch viel zu tun. Es sei nicht damit getan, Weiterbildungsangebote auf einer schicken Plattform zusammenzuführen. Je stärker der digitale Fortschritt und der wirtschaftliche Strukturwandel Fahrt aufnehme, umso mehr seien Beschäftigte darauf angewiesen, dass sie ihre Fähigkeiten "updaten" und "upgraden "könnten". Nötig seien dafür aber auch die nötigen Freiräume. Auch sie fordert deshalb, dass ein Modell für eine staatliche Förderung einer Weiterbildungsteilzeit entwickelt, erprobt und umgesetzt werde. Mit Blick auf die Zwischenbilanz wertete sie es als positiv, dass es für Geringqualifizierte jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Förderung bis zum Berufsabschluss gebe. Ein guter Anfang sei außerdem die Verknüpfung von Kurzarbeitergeld und Weiterbildung.